Viele Kinase-Inhibitoren lösen gezielten Proteinabbau aus
Kinase-Inhibitoren gehören zu den wichtigsten Krebsmedikamenten – sie blockieren Enzyme, die unkontrolliertes Zellwachstum antreiben. Eine neue Studie von CeMM und AITHYRA (beide Österreichische Akademie der Wissenschaften) sowie dem IRB Barcelona zeigt nun: Viele dieser Wirkstoffe können weit mehr als nur blockieren – sie beschleunigen auch den Abbau der Zielproteine. Die Ergebnisse, veröffentlicht in „Nature“, machen diese Inhibitoren zu vielversprechenden Werkzeugen für den gezielten Proteinabbau, einem der dynamischsten Felder der modernen Wirkstoffforschung. Die Forschenden testeten 1.570 Inhibitoren an 98 Kinasen in Zellkulturen. Ergebnis: 232 Wirkstoffe senkten die Konzentration mindestens einer Kinase, insgesamt 66 Kinasen waren betroffen. Manche Inhibitoren lösten den Abbau innerhalb weniger Minuten aus. Der Mechanismus ist vielfältig: Teilweise verhindern die Inhibitoren die Bindung schützender Begleitproteine (HSP90), teilweise versetzen sie die Kinase in instabile Zustände – etwa durch veränderte Aktivität, Zellort oder Aggregatbildung –, die das zelluläre Qualitätskontrollsystem als „defekt“…










