Impfungen können in extrem seltenen Fällen mit dem Auftreten von Multipler Sklerose (MS) in zeitlichem Zusammenhang stehen. Eine umfassende Analyse hat nun erstmals die globale Belastung durch impfassoziierte MS-Fälle systematisch untersucht.
Die in der Fachzeitschrift Journal of Medical Virology veröffentlichte Studie (DOI: 10.1002/jmv.29591) wertete große internationale Datenbanken aus und identifizierte Berichte über MS-Erkrankungen nach verschiedenen Impfungen. Besonders häufig wurden zeitliche Assoziationen nach Impfungen gegen Hepatitis B, Influenza, Humane Papillomaviren (HPV) und COVID-19 beobachtet.
Die Autoren um Ho Geol Woo von der Seoul National University Hospital betonen jedoch, dass die absolute Zahl solcher Fälle sehr gering ist. Das Risiko einer impfassoziierten MS liege deutlich unter dem Nutzen der Impfungen, die Millionen von Menschen vor schweren Infektionskrankheiten schützen. Dennoch sei eine sorgfältige Überwachung seltener neurologischer Nebenwirkungen wichtig, um Risikofaktoren besser zu verstehen und betroffene Personen frühzeitig zu erkennen.
Die Studie liefert eine der bisher detailliertesten Übersichten zu diesem Thema und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zu den zugrundeliegenden immunologischen Mechanismen. Die Autoren empfehlen eine fortlaufende aktive Pharmakovigilanz, um das sehr seltene Risiko weiter zu minimieren, ohne das Vertrauen in Impfprogramme zu gefährden.
