Peking (LabNews Media LLC) – Epidemien von Infektionskrankheiten führen weltweit zu erheblichen Verlusten beim medizinischen Personal und vergrößern die gesundheitliche Ungleichheit zwischen armen und reichen Ländern. Davon sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen im Verhältnis deutlich stärker betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende ökologische Modellierungsstudie eines chinesischen Forschungsteams, die Daten aus 194 Ländern über einen Zeitraum von 30 Jahren (1990 bis 2019) analysiert hat. Die Arbeit wurde im Fachmagazin PLOS Medicine veröffentlicht.
Die Wissenschaftler der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und des Peking Union Medical College untersuchten die langfristigen Auswirkungen von epidemischen Katastrophen auf die Gleichheit und Verfügbarkeit von Fachkräften im Gesundheitswesen. Es zeigte sich, dass der Ausbruch von Infektionskrankheiten die ohnehin bestehende Personalkrise in Entwicklungs- und Schwellenländern massiv verschärft. Während reichere Nationen über widerstandsfähigere Systeme verfügen, um personelle Ausfälle durch Erkrankungen, Überlastung oder Abwanderung zu kompensieren, führt dies in ärmeren Regionen zu langanhaltenden Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung.
Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Autoren die Notwendigkeit internationaler Unterstützung, um die Gesundheitssysteme in besonders gefährdeten Regionen krisenfest zu machen. Ohne gezielte Investitionen in den Schutz und die Ausbildung von medizinischem Personal drohten künftige Epidemien die Kluft in der globalen Gesundheitsversorgung weiter zu vertiefen.
