Lanzhou (LabNews Media LLC) – Forschende haben ein neuartiges Therapiekonzept entwickelt, bei dem gentechnisch veränderte Bacillus subtilis-Bakterien das Protein BAMBI (Bone Morphogenetic Protein and Activin Membrane-Bound Inhibitor) produzieren und über den Darm-Leber-Achse in die Leber transportieren. In einem Mausmodell der durch Thioacetamid (TAA) induzierten Leberfibrose führte die orale Verabreichung zu einer deutlichen Rückbildung der Fibrose.
Das modifizierte Bakterium Bs-BAMBI-8 erreichte eine stabile Darmbesiedlung und lieferte BAMBI in die Leber. Die Behandlung reduzierte den NAFLD Activity Score von 6 auf 4 und verbesserte den Fibrose-Score von Stadium S3 auf S2. Histologisch zeigten sich eine geringere Kollagenablagerung und eine verbesserte Leberarchitektur. Serumparameter (ALT, AST, ALP, Bilirubin) normalisierten sich, während Albumin und Thrombozytenwerte anstiegen.
Mechanistisch wirkt BAMBI als „Decoy-Rezeptor“ für TGF-? und unterbricht die TGF-?-Signalübertragung sowie die mechanotransduktionsvermittelte Aktivierung von hepatischen Sternzellen. Dadurch wurden fibrotische Marker wie ?-SMA, Kollagen I und phosphorylierte Focal Adhesion Kinase (p-FAK) signifikant reduziert.
Die Autoren beschreiben das Konzept als neuartiges „Mechano-Mikrobiom“-Therapieparadigma, das synthetische Biologie mit Mechanobiologie verbindet. Im Gegensatz zu herkömmlichen TGF-?-Inhibitoren bietet der Ansatz eine minimalinvasive, zielgerichtete Intervention über den Darm-Leber-Achse.
Die Studie wurde am 8. Mai 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Bioengineering and Biotechnology veröffentlicht und könnte langfristig einen neuen Behandlungsansatz für chronische Lebererkrankungen darstellen. Weitere Forschung ist erforderlich, um Dosis-Wirkungs-Beziehungen, molekulare Transportmechanismen und Langzeitsicherheit zu klären.


