Das Biopharmaunternehmen UCB hat am Brigham and Women’s Hospital in Boston einen dauerhaft gestifteten Lehrstuhl für die Bewertung von Arzneimitteln eingerichtet. Wie UCB mitteilte, ist der nach Emmanuel Janssen benannte „Emmanuel Janssen Endowed Chair for the Evaluation of Medicines“ der Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie gewidmet. Als erster Inhaber wurde Sebastian Schneeweiss benannt, ein international anerkannter Pharmakoepidemiologe, dessen Forschung sich mit Arzneimittelsicherheit, Wirksamkeit und Nutzen auf Basis von Real-World-Evidenz befasst.
UCB wählte das Brigham and Women’s Hospital nach eigenen Angaben wegen seiner Führungsrolle in der Pharmakoepidemiologie und bei Real-World-Evidenz (RWE) sowie seiner Arbeit mit Regulierungsbehörden und Kostenträgern, um RWE als zentralen Teil der Evidenzgenerierung zu etablieren. Emmanuel Caeymaex, Head of Patient Evidence bei UCB, sagte, der Lehrstuhl spiegele das Engagement für rigorose Evidenzgenerierung und Forschung dazu wider, wie Arzneimittel bewertet und in der klinischen Praxis eingesetzt werden.
Jose Florez, Vorsitzender der Medizinischen Klinik bei Mass General Brigham, bezeichnete einen gestifteten Lehrstuhl als eine der höchsten Auszeichnungen für einen Arztwissenschaftler. Die Investition helfe, ein Feld voranzubringen, das für die Verbesserung der Arzneimittelbewertung entscheidend sei. Schneeweiss sagte, die Forschung ziele darauf ab, rigorose Evidenz zu erzeugen, bessere Entscheidungen zu leiten und die Versorgung von Patienten zu verbessern.
Die Feier zur Einrichtung des Lehrstuhls fand am 22. Oktober im Hale Building for Transformative Medicine statt. Zu den Rednern gehörten Florez, der frühere FDA-Kommissar Robert Califf, Jerry Avorn, emeritierter Gründungschef der Abteilung für Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie am Brigham and Women’s Hospital, UCB-Direktor Charles-Antoine Janssen, Caeymaex und Schneeweiss. UCB beschäftigt nach eigenen Angaben fast 2.000 Mitarbeitende in den USA und hat seit 2017 seine US-Belegschaft um mehr als 70 Prozent erhöht. Das Unternehmen mit Sitz in Brüssel erzielte 2025 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro.
