Im Kampf gegen den jüngsten Ausbruch des Ebola-Bundibugyo-Virus (BDBV) in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein wichtiges Diagnosewerkzeug freigegeben.
Wie das US-Molekulardiagnostik-Unternehmen Cepheid am Donnerstag mitteilte, erhielt sein Schnelltest Xpert Hemorrhagic Fever Panel eine offizielle Notfallzulassung (Emergency Use Listing, EUL) durch die WHO. Die Listung soll es medizinischen Einrichtungen und Gesundheitsbehörden ermöglichen, Verdachtsfälle schneller zu identifizieren und die Eindämmung der Epidemie vor Ort zu unterstützen. Die WHO hatte den Ausbruch bereits am 17. Mai 2026 zu einem gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite erklärt.
Ergebnis in rund einer Stunde
Der molekularbiologische Test ist in der Lage, das Erbgut verschiedener hämorrhagischer Fieberviren nachzuweisen. Neben dem Bundibugyo-Stamm erfasst das System unter anderem auch das klassische Zaire-Ebola-Virus sowie das Marburg-, Lassa- und das Krim-Kongo-Fieber-Virus. Das Testergebnis liegt laut Hersteller nach etwa einer Stunde vor.
Ein entscheidender Vorteil für die Krisenregion ist die bestehende Infrastruktur: Der Test läuft auf den weit verbreiteten GeneXpert-Systemen des Unternehmens, die bereits in zahlreichen Laboren und Gesundheitseinrichtungen in Afrika im Einsatz sind. Dies ermöglicht eine dezentrale und schnelle Einführung direkt in den betroffenen Gemeinden.
Unterstützung im Krisengebiet
„Schnelle und präzise Diagnosen gehören zu den wichtigsten Instrumenten bei der Bekämpfung hochansteckender Krankheiten“, betonte Connie Savor, medizinische Chefärztin bei Cepheid. Durch die bereits vorhandene Präsenz in Zentral- und Ostafrika sei das Unternehmen gut aufgestellt, um Gesundheitsbehörden zeitnah mit verlässlichen Daten zu versorgen. Bereits im Juni 2026 hatte Cepheid eine erste Charge der Tests, die für das US-Verteidigungsministerium entwickelt wurden, in den Kongo gespendet.
Cepheid gehört zum US-Technologiekonzern Danaher und ist seit mehr als einem Jahrzehnt in der Entwicklung von Diagnostika für Ebola-Ausbrüche aktiv. Bereits während der schweren Westafrika-Epidemie von 2014 bis 2016 kam ein Vorläufertest des Unternehmens großflächig zum Einsatz.
