Kaiserslautern (LabNews Media LLC) – Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat eine Open-Source-Erweiterung für Google Chrome veröffentlicht, die sensible und personenbezogene Inhalte in Prompts für KI-Chatdienste wie ChatGPT, Claude oder Gemini lokal im Browser erkennt, anonymisiert und nach der Antwort wiederherstellt.
Die Erweiterung namens Privacy Guardrail setzt genau an dem Punkt an, an dem vertrauliche Texte aus E-Mails, Support-Tickets, Protokollen oder internen Dokumenten in KI-Prompts umgewandelt werden. Sie prüft eingefügte Inhalte automatisch lokal und ersetzt erkannte sensible Stellen durch typisierte Platzhalter wie [EMAIL_1] oder [PERSON_1]. Nutzer können die Markierungen vor dem Absenden prüfen, anpassen oder einzelne Treffer ignorieren. Nach der KI-Antwort werden die Platzhalter lokal wieder durch die ursprünglichen Werte ersetzt, sodass der inhaltliche Zusammenhang erhalten bleibt.
Alle Verarbeitungsschritte – Erkennung, Anonymisierung und Wiederherstellung – erfolgen vollständig lokal im Browser. Eingefügte Texte werden nicht an externe Dienste gesendet. Die Daten verbleiben im lokalen Chrome-Profil des Nutzers. Eine Speicherung in Chrome Sync erfolgt nicht.
Die Erkennung arbeitet mit zwei Ebenen: Deterministische Pattern-Recognizer erfassen strukturierte Daten wie E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern, IBANs oder IP-Adressen. Eine lokale KI-Komponente erkennt kontextabhängige Begriffe wie Personen, Organisationen, Adressen oder Passwörter. Bei Verfügbarkeit von WebGPU läuft die Inferenz auf der Grafikkarte, andernfalls über CPU/WASM. Für ressourcenschwache Geräte steht ein Pattern-only-Modus zur Verfügung.
Die Erweiterung befindet sich in einer Public Beta und ist derzeit offiziell für Chrome auf dem Desktop freigegeben. Sie unterstützt die Plattformen chatgpt.com, chat.openai.com, claude.ai und gemini.google.com. Der Quellcode ist auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz verfügbar.
Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Leiter des Forschungsbereichs Data Science und ihre Anwendungen am DFKI, erklärte, dass Vertrauenswürdigkeit und Transparenz zentrale Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI seien. Privacy Guardrail zeige, dass praktische KI-Werkzeuge und Datenschutz sich nicht ausschließen müssten. Die Entwickler kommunizieren offen über die Grenzen des Systems, wie mögliche Fehlmarkierungen oder übersehene Inhalte.
Die Erweiterung versteht sich als assistive Schutzschicht und nicht als Garantie für perfekte Anonymisierung. Sie soll Nutzern eine zusätzliche Ebene der Kontrolle über sensible Daten geben, wenn sie generative KI im Arbeitsalltag einsetzen.
Weitere Informationen:
https://github.com/dfki-dsa/pii-guardrail-browser-extension/ the open source source code for DFKI’s application.
https://chromewebstore.google.com/detail/privacy-guardrail/mcfmihbghefbeeaapopamagaalkbanmp?authuser=0&hl=en&pli=1 chromewebstore.google.com – Chrome Browser Extension

