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Epigenetische Medikamente könnten Blutgefäße bei Adipositas und Diabetes schützen

Zürich (LabNews Media LLC) – Epigenetische Wirkstoffe könnten künftig dazu beitragen, Blutgefäßschäden bei Menschen mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu verhindern. Das zeigt eine Studie von Forschenden der Universität Zürich (UZH) und des Universitätsspitals Zürich unter Leitung von Kardiologen Francesco Paneni. Im Fokus steht das perivaskuläre Fettgewebe, das Blutgefäße umgibt und durch chemische Signale deren Entspannung und die Entzündungsreaktion der Gefäßinnenwand reguliert. Bei Adipositas und Stoffwechselerkrankungen wird dieses Fettgewebe entzündet, lagert vermehrt Lipide ein und setzt Substanzen frei, die die Gefäße versteifen und weniger reaktionsfähig machen. Dies trägt zur Entstehung früher Gefäßerkrankungen bei und erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die Forscher setzten sogenannte BET-Protein-Inhibitoren ein, die epigenetische Regulatoren beeinflussen und dadurch die Genaktivität im perivaskulären Fettgewebe umprogrammieren. In Versuchen an Mäusen und menschlichem Gewebe führte die Behandlung zu einer deutlichen Reduktion entzündlicher Prozesse. Die Gefäße entspannten sich besser, und… 

KI-Chatbots sind intelligent, aber nicht bewusst – Forscher warnen vor Anthropomorphisierung

Montréal (LabNews Media LLC) – Künstliche Intelligenz in Form von Chatbots wie ChatGPT oder Claude kann hochintelligent, einfühlsam und personalisiert antworten, ohne jedoch über Bewusstsein oder subjektives Erleben zu verfügen. Darauf weisen Forscher der Université de Montréal, der McGill University und der Johns Hopkins University hin. In einem Beitrag in The Transmitter betonen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass Intelligenz nicht mit Bewusstsein gleichgesetzt werden dürfe. Auch hochentwickelte Informationsverarbeitung bedeute nicht automatisch subjektives Erleben. Vanessa Hadid von der Université de Montréal verweist auf das neurologische Phänomen der Blindheit (Blindsight): Betroffene können visuelle Informationen korrekt verarbeiten, ohne diese bewusst wahrzunehmen. Karim Jerbi warnt vor der Gefahr der Anthropomorphisierung – also der Zuschreibung von Emotionen, Absichten oder Bewusstsein an KI-Systeme. Je überzeugender und flüssiger die Antworten der Chatbots werden, desto leichter entstehe die Illusion, verstanden zu werden. Dies könne zu fehlgeleitetem Vertrauen und… 

Sozioökonomische und Lebensstilfaktoren erhöhen Herz-Kreislauf-Risiko bei Krebspatienten in den USA

Washington (LabNews Media LLC) – Bei Krebspatienten in den USA sind sozioökonomische Benachteiligungen, ungesunde Lebensgewohnheiten und bestimmte Vorerkrankungen mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) basiert. Die Untersuchung umfasste fast 100.000 Erwachsene, darunter über 5.500 Krebspatienten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Krebsüberlebenden. Besonders stark erhöhten Faktoren wie Arbeitslosigkeit, niedriges Einkommen, fehlende private Krankenversicherung, Ernährungsunsicherheit und niedriger Bildungsstand das Risiko. Auch Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte waren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Ereignisse assoziiert. Die Forscher verglichen die Ergebnisse mit einer gematchten Gruppe von Personen ohne Krebsdiagnose. Während Alter und Geschlecht in beiden Gruppen ähnliche Risikofaktoren darstellten, zeigten sich bei den Krebspatienten zusätzliche Belastungen durch sozioökonomische und lebensstilbedingte Faktoren. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse auf Querschnittsdaten und Selbstangaben basieren… 

Künstliche Synapse mit Lichtfarben gesteuert – Neuer Ansatz für energieeffizientes KI-Lernen

Seoul (LabNews Media LLC) – Forscher der Sungkyunkwan University (SKKU) in Südkorea haben eine künstliche Synapse entwickelt, die durch die Farbe des eingestrahlten Lichts gesteuert wird und damit eine ausgewogene Lernfähigkeit nachahmt, wie sie im menschlichen Gehirn vorkommt. Das Team um Professor Sae Byeok Jo und Professor Wooseok Yang nutzte das Halbleitermaterial Silber-Bismut-Sulfid (AgBiS?). Durch gezielte Steuerung der Lichtfarbe kann die Verbindung entweder verstärkt („Erinnern“) oder geschwächt („Vergessen“) werden. Nahinfrarotes Licht löst eine beschleunigte Verstärkung der synaptischen Verbindung aus, während blaues Licht eine rasche Abschwächung bewirkt. In einer Simulation zur Erkennung handschriftlicher Ziffern zeigte das neue System eine deutlich höhere Stabilität. Während herkömmliche neuronale Netze nach etwa 200 Trainingsrunden an Leistung verloren, blieb die Erkennungsgenauigkeit mit dem lichtgesteuerten System über mehr als 1.000 Runden stabil. Die Entwicklung zielt darauf ab, energieeffiziente neuromorphe Computersysteme zu ermöglichen, die ähnlich wie das Gehirn… 

Neues System verbessert Handfunktion bei neurologischen Verletzungen

Wien (LabNews Media LLC) – Ein internationales Forschungsteam hat ein System entwickelt, das eine tragbare Handorthese mit individueller Nervenstimulation kombiniert und damit die Handfunktion bei Patienten mit neurologischen Verletzungen deutlich verbessern kann. Das System mit dem Namen SensoExo ermöglicht bessere Fingerbeweglichkeit, Tastsinn und Griffkontrolle. Unter der Leitung von Stanisa Raspopovic von der Medizinischen Universität Wien testeten die Forschenden das System an 14 Patienten mit Beeinträchtigungen nach Rückenmarks- oder Hirnverletzungen. Die Kombination aus mechanischer Unterstützung durch das Exoskelett und elektrischer Nervenstimulation brachte zusätzliche Vorteile gegenüber der alleinigen Nutzung des Exoskeletts. Besonders Patienten mit schweren motorischen Einschränkungen profitierten von der zusätzlichen Muskelstimulation, die das Öffnen und Schließen der Hand erleichterte. Patienten mit starkem Sensibilitätsverlust konnten durch die künstliche taktile Rückmeldung fragile Gegenstände präziser greifen, ohne sie zu stark zu quetschen. In funktionellen Tests zeigten die Teilnehmer die höchsten Erfolgsraten beim Greifen und… 

Multiresistente Keime breiten sich in den USA zunehmend in der Allgemeinbevölkerung aus

Multiresistente Bakterien des Typs Klebsiella pneumoniae breiten sich in den USA zunehmend außerhalb von Krankenhäusern in der Allgemeinbevölkerung aus. Das zeigt eine umfangreiche nationale Untersuchung des Hackensack Meridian Center for Discovery and Innovation (CDI) in Zusammenarbeit mit Quest Diagnostics. In über 2.000 Proben aus 42 Bundesstaaten wurden 267 unterschiedliche multiresistente Sequenztypen nachgewiesen. Nahezu 70 Prozent der Isolate waren resistent gegen die drei am häufigsten verschriebenen oralen Antibiotika. Besonders betroffen waren ältere Frauen. Die Ausbreitung wird maßgeblich durch das Resistenzgen CTX-M-15 getrieben, das auf Plasmiden übertragen wird und den Bakterien zusätzliche Vorteile bei der Anpassung an Stress und Metalle verleiht. Die Studie zeigt, dass hochresistente Keime nicht mehr nur ein Problem von Kliniken sind, sondern zunehmend auch ambulant erworbene Infektionen verursachen, die mit Standardantibiotika nicht mehr behandelbar sind. Barry Kreiswirth vom CDI sprach von einer rasch evolvierenden, plasmidgetriebenen Epidemie multiresistenter Klebsiella… 

Oropouche-Virus hat in Brasilien bereits über fünf Millionen Menschen infiziert

Das Oropouche-Virus hat in Brasilien deutlich mehr Menschen infiziert als bisher offiziell erfasst. Eine neue Studie schätzt, dass seit 1960 rund 5,5 Millionen Menschen in Brasilien und insgesamt etwa 9,4 Millionen in Lateinamerika und der Karibik infiziert wurden. Besonders betroffen war Manaus im Bundesstaat Amazonas. Dort infizierten sich zwischen 2023 und 2024 schätzungsweise 300.000 Menschen – fast 260-mal mehr als die gemeldeten Fälle. Die Seroprävalenz stieg in dieser Region innerhalb eines Jahres von 11,4 auf 25,7 Prozent. Das Virus wird nicht von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), sondern von der sogenannten Pulvermücke (Culicoides paraensis) übertragen. Diese ist deutlich kleiner und kommt vor allem in ländlichen, feuchten Gebieten vor. Dadurch sind herkömmliche Bekämpfungsmaßnahmen gegen Stechmücken weitgehend wirkungslos. Die Infektion verläuft meist grippeartig, kann jedoch in seltenen Fällen schwerwiegende Komplikationen wie Meningitis, Meningoenzephalitis, Fehlgeburten oder Mikrozephalie beim Ungeborenen verursachen. Etwa einer von tausend… 

Risiko einer weltweiten Ausbreitung von Ebola bleibt gering

Seit 1976 sind nur 28 laborbestätigte Ebola-Fälle außerhalb Afrikas aufgetreten. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Die meisten Fälle (27) traten während der großen Ebola-Epidemie 2014 bis 2016 in Westafrika auf. Die Untersuchung umfasst alle bekannten exportierten Fälle seit dem ersten Ausbruch 1976. Davon waren 25 Primärfälle, die aus Afrika eingeschleppt wurden, und drei Sekundärfälle, die in den USA oder Europa durch Kontakt mit Erkrankten entstanden. Im laufenden Ausbruch 2026 mit dem Bundibugyo-Virus wurde bisher ein Fall außerhalb Afrikas registriert. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass das Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung insgesamt gering ist. Besonders wirksam zur Eindämmung seien Maßnahmen am Ausbruchsort selbst, insbesondere eine gute Infektionsprävention und Kontrolle bei der Behandlung von Patienten sowie bei Einsatzkräften. Laut der Studie ist das Risiko, dass infizierte Personen unbemerkt… 

Studie empfiehlt: Kniescheibe bei Knieprothesen-Implantation standardmäßig ersetzen

Bei der Implantation einer Knieprothese sollte die Kniescheibe in der Regel mit ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang längste randomisierte Studie in der Knieorthopädie, die über 1.700 Patientinnen und Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahren begleitet hat. Die sogenannte KAT-Studie der University of Oxford zeigt, dass das zusätzliche Ersetzen der Kniescheibe (Patella-Resurfacing) langfristig gute Ergebnisse liefert. Zwar waren die Unterschiede in der klinischen Funktion und bei Komplikationen insgesamt gering, doch in fast allen untersuchten Parametern zeigten sich leichte, aber konsistente Vorteile zugunsten der Resurfacing-Gruppe. Besonders relevant für das Gesundheitssystem: Die zusätzliche Maßnahme führte zu mehr gesundheitlichem Nutzen für die Patienten, ohne Mehrkosten zu verursachen. Damit stellt sie aus Sicht der britischen Gesundheitsökonomie die kosteneffektivere Option dar. Professor David Murray von der University of Oxford, einer der Studienleiter, betonte, dass die kleinen Unterschiede in der Summe über 20… 

Nur noch 49 Prozent der Amerikaner können sich Gesundheitsversorgung leisten

Washington (LabNews Media LLC) – Die Zahl der Amerikaner, die sich Gesundheitsleistungen und verschreibungspflichtige Medikamente zuverlässig leisten können, ist auf ein Rekordtief gesunken. Laut dem aktuellen Healthcare Affordability Index von West Health und Gallup gehören nur noch 49 Prozent der US-Erwachsenen zur Gruppe der „Cost Secure“. Im vergangenen Jahr sind allein 2,8 Millionen Menschen aus dieser Kategorie herausgefallen. Besonders betroffen sind traditionell vulnerable Gruppen wie Schwarze und hispanische Erwachsene sowie Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen haben sich seit 2021 weiter vergrößert. Tim Lash, Präsident des West Health Policy Center, erklärte, dass Millionen von Amerikanern aus der Gesundheitsversorgung herausgepreist würden, weil die Kosten schneller stiegen als ihre Zahlungsfähigkeit. Ohne grundlegende Reformen bei der Versorgungsstruktur, Arzneimittelpreisen und Versicherungsprämien werde sich die Situation weiter verschärfen. Die Gesundheitsausgaben in den USA stiegen 2024 auf 5,3 Billionen Dollar, ein Plus von…