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Flüssigbiopsie mit Strukturvarianten-ddPCR zur Überwachung von Hochrisiko-Eierstockkrebs

Eine neue tumor-informierte Flüssigbiopsie-Methode könnte die Überwachung von hochgradig serösem Eierstockkrebs (HGSOC) deutlich verbessern. Forscher des University of Texas MD Anderson Cancer Center und der University of California San Diego haben patientenspezifische Strukturvarianten (SVs) aus Ganzgenom-Sequenzierungen von Tumorbiopsien identifiziert und diese mit hochpräziser digitaler Tropfen-PCR (ddPCR) im Blutplasma nachgewiesen. In einer Pilotstudie mit vier Patientinnen wurden aus 29 tumor-spezifischen SVs 15 valide Assays entwickelt, von denen neun in der zirkulierenden Tumor-DNA messbar waren. Die ddPCR erwies sich dabei als deutlich sensitiver als herkömmliche Real-Time-PCR. Das Verfahren ermöglicht eine sensitive und spezifische Verlaufskontrolle der Tumorlast während der Therapie und könnte künftig auch das frühe Erkennen von Rezidiven erleichtern. Die Autoren betonen, dass es sich um eine kleine Pilotstudie handelt. Größere prospektive Untersuchungen seien notwendig, um die Methode in der Klinik zu etablieren. Die Kombination aus tumor-informierter SV-Erkennung und ddPCR könnte eine… 

Ultra-verarbeitete Lebensmittel mit Unfruchtbarkeit bei US-Frauen verknüpft

Frauen, die weniger ultra-verarbeitete Lebensmittel essen, haben deutlich höhere Chancen, schwanger zu werden. Das zeigt eine neue Studie der McMaster University an mehr als 2.500 Teilnehmerinnen der US-Gesundheitsumfrage NHANES (2013–2018). Frauen, die über Unfruchtbarkeit berichteten, deckten etwa 31 Prozent ihrer Kalorienzufuhr mit ultra-verarbeiteten Produkten und hielten sich seltener an eine mediterrane Ernährung. Der Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung von Alter, Gewicht, Lebensstil und anderen Faktoren bestehen. Die Forscher vermuten, dass Zusatzstoffe und Chemikalien wie Phthalate, BPA oder Acrylamide, die bei der industriellen Verarbeitung entstehen oder aus Verpackungen stammen, hormonelle Prozesse stören könnten. Der positive Effekt einer mediterranen Ernährung verschwand, sobald das Körpergewicht berücksichtigt wurde. Die Studie liefert erstmals groß angelegte Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Verarbeitungsstufe von Lebensmitteln und der Fruchtbarkeit bei Frauen. Die Untersuchung wurde am 19. März 2026 im Fachjournal Nutrition and Health veröffentlicht. Die Informationen stammen… 

Neuer Biomarker und Wirkstoffkandidat gegen kognitive Symptome bei Schizophrenie entdeckt

Bei Schizophrenie-Patienten ist ein frei zirkulierendes Protein (?2?-1/Cacna2d1) in der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit deutlich reduziert. Dieser Biomarker führt zu übererregten neuronalen Schaltkreisen und könnte künftig helfen, die bisher kaum behandelbaren kognitiven Symptome wie Denkstörungen und exekutive Dysfunktion gezielt zu therapieren. Wissenschaftler der Northwestern University haben in einer großen Studie an menschlicher Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und in Mausmodellen gezeigt, dass eine synthetische Version dieses Proteins (SEAD1) die abnorme Übererregung der Gehirnkreisläufe korrigiert und die damit verbundenen Verhaltensauffälligkeiten deutlich verbessert – ohne erkennbare Nebenwirkungen wie Sedierung oder Bewegungsstörungen. Die aktuelle Schizophrenie-Therapie lindert vor allem Halluzinationen und Wahnvorstellungen, greift aber kaum die kognitiven Defizite an. Diese führen häufig dazu, dass Betroffene nicht arbeiten können, auf familiäre Unterstützung angewiesen sind oder in Obdachlosigkeit und Suizidgefahr geraten. Der neue Ansatz könnte erstmals eine biomarker-gesteuerte, personalisierte Behandlung ermöglichen. Die Forscher planen nun weitere Optimierungen für klinische Studien, zunächst bei Patienten… 

Hoher Fleischkonsum senkt Demenzrisiko bei genetisch Risikogruppe

Ältere Menschen mit erhöhtem genetischem Risiko für Alzheimer (APOE 3/4 oder 4/4) haben bei hohem Fleischverzehr offenbar kein erhöhtes Risiko für kognitiven Abbau und Demenz. Das zeigt eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet. Bei geringem Fleischkonsum wiesen Träger dieser Gen-Varianten mehr als doppelt so hohes Demenzrisiko auf wie Personen ohne diese Risikogene. Bei den Teilnehmern mit dem höchsten Fleischkonsum – etwa 870 Gramm pro Woche – verschwand dieses erhöhte Risiko jedoch. Ein niedrigerer Anteil verarbeiteten Fleisches war zudem generell mit geringerem Demenzrisiko verbunden. In der Studie wurden mehr als 2.100 Personen ab 60 Jahren über bis zu 15 Jahre beobachtet. Bei der genetischen Risikogruppe zeigte sich außerdem eine geringere Gesamtsterblichkeit bei höherem Verzehr unverarbeiteten Fleisches. Die Forscher betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Weitere Interventionsstudien seien nötig, um kausale Zusammenhänge zu klären und individuell angepasste Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Die… 

Schlaf-EEG-Analyse: Schnelleres Gehirnaltern erhöht Demenz-Risiko deutlich

Ein maschinell lernendes Verfahren zur Auswertung von Hirnwellen im Schlaf könnte künftig helfen, Menschen mit erhöhtem Demenz-Risiko früh zu erkennen. Forscher der University of California San Francisco und des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston haben aus EEG-Signalen ein „Gehirnalter“ berechnet. Lag dieses über dem tatsächlichen Alter, stieg das Demenz-Risiko deutlich an – pro zehn Jahre Differenz um fast 40 Prozent. War das Gehirnalter dagegen niedriger, sank das Risiko. Die Studie wertete Daten von rund 7.000 Teilnehmern im Alter von 40 bis 94 Jahren aus, die über 3,5 bis 17 Jahre beobachtet wurden. In dieser Zeit entwickelten etwa 1.000 Personen eine Demenz. Besonders aussagekräftig waren feine Muster wie Delta-Wellen, Schlafspindeln und plötzliche Spitzen (Kurtosis) in den Hirnströmen. Herkömmliche Schlafparameter wie Schlaftiefe oder Effizienz lieferten dagegen keine vergleichbar zuverlässigen Hinweise. Die nicht-invasive Messung über EEG könnte künftig auch mit Wearables… 

Bluttest könnte Brustkrebs-Therapie bei älteren Frauen besser anpassen

Ein Bluttest auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) könnte bei Frauen ab 70 Jahren mit östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs helfen, die Behandlung individueller zu gestalten. Wissenschaftler der University of Pittsburgh und des UPMC Hillman Cancer Center haben in einer Studie gezeigt, dass der Test Hinweise darauf geben kann, ob eine alleinige hormonblockierende Therapie ausreicht oder ob Operation und Strahlentherapie notwendig sind. Patientinnen mit negativem ctDNA-Befund – entweder vor oder während der Hormontherapie – zeigten häufiger stabile Tumore oder sogar Schrumpfung. Bei ihnen könnten invasive Maßnahmen wie Operation oder Bestrahlung mit ihren typischen Nebenwirkungen möglicherweise verzichtbar sein. Dagegen wuchsen Tumore bei Patientinnen mit anhaltend positivem ctDNA-Befund trotz Hormontherapie weiter, sodass zusätzliche Eingriffe notwendig sein könnten. Die Studie war dezentral angelegt: Blutproben wurden vielfach zu Hause entnommen, um die Belastung für ältere Patientinnen zu verringern. Über 80 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, dass der Test sie… 

Deutsche Schmerz- und Palliativtage gestartet: DGS fordert eigenständiges Fach für 23 Millionen Betroffene

In Frankfurt am Main haben die Deutschen Schmerz- und Palliativtage der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) begonnen. Bis zum 21. März 2026 diskutieren rund 2.000 Mediziner aktuelle Entwicklungen, Versorgungsstrukturen und Zukunftsfragen der Schmerz- und Palliativmedizin. Auf dem Programm stehen 197 Vorträge von 123 Referentinnen und Referenten. In Deutschland leiden 23 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, davon vier Millionen schwer. Die DGS warnt, dass die Schmerzmedizin als ärztliche Königsdisziplin in Gefahr sei. Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich fehlten ausreichende Strukturen, verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem ausreichend Nachwuchs. Ein dramatischer Fachkräftemangel mit einem möglichen Einbruch von bis zu 50 Prozent in den kommenden Jahren drohe. Die Fachgesellschaft fordert seit Jahren eine bundesweite, abgestimmte Versorgungsstruktur für chronische Schmerzpatienten sowie die Anerkennung der Schmerzmedizin als eigenständiges Fachgebiet. Auf dem Kongress stehen neben gesundheitspolitischen Themen auch neue Therapiemodelle, die Weiterentwicklung des DGS-Praxisschmerzregisters… 

Hormus-Blockade könnte Lieferketten im Wert von 1,2 Billionen Dollar treffen

Eine länger andauernde Blockade der Straße von Hormus würde globale Lieferketten und Energiemärkte massiv belasten. Nach einer neuen Studie wären Exporte im Wert von bis zu 1,2 Billionen US-Dollar pro Jahr betroffen, davon rund 800 Milliarden allein durch Energieprodukte wie Rohöl und Flüssiggas. Besonders stark abhängig sind große asiatische Volkswirtschaften. China importiert jährlich Waren im Wert von rund 97 Milliarden US-Dollar aus den fünf betroffenen Golfstaaten Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait und Bahrain. Es folgen Indien mit 74 Milliarden und Japan mit 63 Milliarden. In Europa sind vor allem Italien, Belgien und das Vereinigte Königreich stark exponiert. Deutschland weist mit direkten Importen von rund 5,7 Milliarden US-Dollar eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit auf. Die eigentliche Verwundbarkeit liege jedoch in indirekten Effekten durch steigende Energiepreise, die besonders energieintensive Branchen wie die chemische Industrie treffen würden. Die Auswirkungen hängen maßgeblich von der… 

Spins statt Bits: Spintronik als energieeffiziente Zukunft für KI-Computer

Angesichts des stark steigenden Energiebedarfs von Künstlicher Intelligenz und datenintensiven Anwendungen setzen Forschende auf spinbasierte Rechentechnologien als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Computern. In einer neuen Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Nature Reviews Physics zeigen Experten, darunter Prof. Dr. Karin Everschor-Sitte von der Universität Duisburg-Essen, wie spintronische Bauelemente die Grundlage neuartiger, deutlich effizienterer Computerarchitekturen bilden könnten. Während klassische Rechner ausschließlich die elektrische Ladung von Elektronen nutzen und mit binären Zuständen arbeiten, berücksichtigt die Spintronik zusätzlich deren magnetischen Spin. Diese zweite Freiheitsgröße ermögliche nichtflüchtige Speicherung, schnelle Reaktionszeiten sowie komplexe dynamische Effekte wie Nichtlinearität, Zufälligkeit oder zeitliche Rückkopplung. Solche Eigenschaften ließen sich gezielt für neuromorphe Systeme nach Vorbild biologischer Nervennetze oder für probabilistische Rechenverfahren einsetzen. Die Arbeit stelle mögliche Bausteine vor – von spintronischen Neuronen und Synapsen über probabilistische Bits bis hin zu größeren Architekturen wie magnetischem Reservoir Computing oder Ising-Maschinen für schwierige Optimierungsaufgaben.… 

KBV warnt vor Termineinschränkungen bei weiteren Kürzungen – Klage gegen Psychotherapie-Beschluss angekündigt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) rechnet bei weiteren Sparmaßnahmen in der ambulanten Versorgung mit spürbaren Leistungseinschränkungen. KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen kündigte an, dass die Fachärzte in diesem Fall ihr Terminangebot auf das finanziell abgedeckte Maß zurückfahren würden. Zugleich werde die KBV gegen den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent Klage einreichen. Gassen bezeichnete den Beschluss, der vergangene Woche gegen die Stimmen der Ärzteseite gefasst worden war, als nicht rechtssicher. Die Klage soll beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht werden. Er forderte zudem das Bundesgesundheitsministerium auf, als Rechtsaufsicht den Beschluss zu beanstanden. Der KBV-Chef verwies darauf, dass Fachärzte derzeit rund 15 Prozent ihrer Leistungen nicht vergütet bekämen – das entspreche etwa 40 Millionen unbezahlten Terminen. Weitere Honorarkürzungen würden diese unbezahlten Leistungen entfallen lassen und damit das Angebot weiter verknappen. Bei den Psychotherapeuten führe die Kürzung dazu, dass…