Bewaffnete Konflikte mit höherer Masernlast verbunden
Bewaffnete Konflikte gehen mit einer erhöhten Zahl von Masernfällen einher – sowohl direkt als auch indirekt über geringere sozioökonomische Entwicklung und stärkere Bevölkerungsverschiebungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellierungsstudie mit Daten aus 193 Ländern im Zeitraum 2000 bis 2023. Die Analyse wurde in PLOS Medicine veröffentlicht. Strukturgleichungsmodell analysiert Zusammenhänge Forscher um Tyler Y. Headley und Yesim Tozan haben Längsschnittdaten mit mehr als 4600 Länder-Jahres-Beobachtungen ausgewertet. Sie nutzten Fixed-Effects-Panel-Regressionen und Strukturgleichungsmodelle (SEM). Als Indikator für Konflikte dienten kampfbedingte Todesfälle (BRDs). Die Modelle berücksichtigten Bevölkerungsverschiebungen und einen latenten Faktor für sozioökonomische Entwicklung (BIP pro Kopf, Lebenserwartung, Bildungsjahre). Höhere kampfbedingte Todesfälle waren mit mehr Masernfällen assoziiert. Die Effekte hielten teilweise bis ins Folgejahr an. Hintergrund Masern sind hoch ansteckend und betreffen besonders Regionen mit unvollständiger Impfversorgung. Konflikte können Impfprogramme stören, Gesundheitssysteme schwächen und zu Fluchtbewegungen führen. Frühere Studien waren meist auf einzelne Länder…
