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Roche Diagnostics wächst im ersten Halbjahr 2026 nur um drei Prozent

Basel – Die Diagnostiksparte von Roche hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 6,73 Milliarden Schweizer Franken erzielt. Das entspricht einem Plus von drei Prozent zu konstanten Wechselkursen. In Schweizer Franken gerechnet sanken die Erlöse um drei Prozent. Das Wachstum bleibt damit weiterhin gedämpft. Belastend wirkte vor allem das Geschäft in der Region Asien-Pazifik, das um fünf Prozent zurückging. In China dämpfen anhaltende Reformen der Gesundheitspreise und veränderte Erstattungsregeln für Medizinprodukte und diagnostische Leistungen die Nachfrage. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Rückgang in der Region jedoch abgeschwächt. In allen anderen Regionen legten die Umsätze zu. Am stärksten wuchs Lateinamerika mit zehn Prozent. Innerhalb der Diagnostik-Sparte entwickelte sich das Pathologie-Labor am besten und steigerte den Umsatz um elf Prozent. Das Core Lab wuchs um vier Prozent, das Molecular Lab um drei Prozent. Deutlich unter Druck stand dagegen der… 

Trump: Keine Zwangsarbeit-Verbote für Pharmaprodukte

Washington – Die USA haben zusätzliche Zölle auf Importe aus 60 Volkswirtschaften verhängt, weil diese nach Einschätzung der Regierung keine wirksamen Verbote für den Import von mit Zwangsarbeit hergestellten Waren erlassen oder durchgesetzt haben. Die Maßnahme tritt am 24. Juli 2026 in Kraft. Der United States Trade Representative (USTR) stellte in einem Federal-Register-Notice vom 23. Juli fest, dass die entsprechenden Praktiken unzumutbar seien und den US-Handel belasten. Bei 54 Ländern fehle ein solches Verbot ganz, bei sechs weiteren (darunter Kanada, Mexiko, die Europäische Union, Indonesien und Pakistan) werde ein bestehendes Verbot nicht wirksam durchgesetzt. Die Zölle betragen in der Regel 10 oder 12,5 Prozent ad valorem auf alle Waren der betroffenen Länder. Für Länder, die in den vergangenen Wochen Verbote erlassen oder Verpflichtungen übernommen haben (unter anderem Indien, Kambodscha, Guatemala, Honduras und Sri Lanka), gilt der niedrigere Satz von 10… 

Philips erhält FDA-Zulassung für wiederverwendbaren SpO2-Clip-Sensor der nächsten Generation

Amsterdam – Philips hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die 510(k)-Zulassung für seinen wiederverwendbaren SpO2-Clip-Sensor der nächsten Generation erhalten. Der Sensor soll die Zuverlässigkeit der Pulsoximetrie bei unterschiedlichen Patientengruppen verbessern und später in diesem Jahr in ausgewählten Märkten verfügbar werden. Der Sensor verfügt über interne optische Verfeinerungen, die die Signalqualität und Messkonsistenz erhöhen. In Desaturationsstudien erreichte er einen Accuracy Root Mean Square (ARMS)-Wert von 1,6 Prozent. Das liegt deutlich unter dem von der ISO empfohlenen und von der FDA anerkannten Wert von 3 Prozent. Zudem zeigte der Sensor eine konsistente Leistung über ein breites Spektrum von Hauttönen. Die Genauigkeit variierte zwischen hellen und dunklen Hautpigmentierungsgruppen um weniger als 0,5 Prozent (bei SaO?-Werten von 85–100 Prozent). Philips betont, dass die Validierung des Sensors an unterschiedlichen Patientenpopulationen und unter verschiedenen physiologischen sowie klinischen Bedingungen durchgeführt wurde. Die Praktiken orientieren sich an aktuellen FDA-Empfehlungen… 

Der Markt für robotische Weichgewebe-Chirurgie

Der Markt für robotisch assistierte Weichgewebe-Chirurgie wird seit über zwei Jahrzehnten stark von Intuitive Surgical und dem da-Vinci-System dominiert. Mit der FDA-Zulassung von Johnson & Johnsons Ottava im Juli 2026 tritt ein weiterer großer Player hinzu. Die wichtigsten Wettbewerber sind: Marktführer Direkte Herausforderer (Multi-Port-Systeme für Allgemeinchirurgie / Weichgewebe) Weitere relevante Anbieter Orthopaedie (separater Segment) Zusammenfassung:Ottava tritt in einen Markt ein, der sich 2025/2026 erstmals spürbar öffnet. Intuitive bleibt klarer Marktführer, Medtronic ist der fortgeschrittenste Herausforderer in den USA, CMR Surgical stark international. Analysten erwarten, dass Ottava zunächst nur begrenzte Marktanteile gewinnen wird und der Wettbewerb langfristig über Preis, Footprint, Workflow und digitale Integration entschieden wird.

Johnson & Johnson erhält FDA-Zulassung für robotisches OP-System Ottava

New Brunswick – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem robotischen Operationssystem Ottava von Johnson & Johnson eine De-Novo-Zulassung erteilt. Es handelt sich nach Angaben des Unternehmens um das weltweit erste tischintegrierte System für Weichgewebe-Chirurgie. Die Markteinführung in den USA soll zunächst bei ausgewählten Kunden beginnen. Ottava ist für mehrere Eingriffe der Allgemeinchirurgie im Oberbauch zugelassen, darunter Roux-en-Y-Magenbypass, Gastrektomie, Cholezystektomie, Splenektomie, Schlauchmagen, Dünndarmresektion, Appendektomie, Adhäsiolyse, Fundoplicatio und Hiatushernien-Reparatur. Eine klinische Studie zu Leistenhernien-Eingriffen läuft derzeit in den USA. Das System zeichnet sich durch in den OP-Tisch integrierte Roboterarme aus und benötigt nach Unternehmensangaben 30 bis 50 Prozent weniger Platz als herkömmliche boom- oder wagenbasierte Systeme. Softwaregesteuerte Automatisierungsfunktionen ermöglichen vordefinierte Positionen für Auf- und Abbau sowie synchrone Bewegungen von Tisch und Armen. Die Instrumente sind für die robotische Chirurgie optimiert, darunter ein Zwei-in-eins-Nadelhalter und monopolar gekrümmte Scheren. Das System ist an das digitale… 

Gesundheitsminister Linnemann: Der Ahnungslose

Editorial. Carsten Linnemann ist seit Juli 2026 designierter Bundesgesundheitsminister im Kabinett Merz. Die Entscheidung überrascht – und sie wirft grundlegende Fragen nach Eignung und Verantwortung auf. Denn der CDU-Politiker hat selbst, und zwar unmissverständlich, seine Ungeeignetheit für dieses Amt dokumentiert. Im Mai 2025, am Tag der Kanzlerwahl, sagte Linnemann in einem Phoenix-Interview: „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Schuster, bleib bei deinen Leisten, mach das, was du kannst.“ Er lehnte das Amt damals ausdrücklich ab und begründete dies mit mangelnder Expertise. Ein Jahr später übernimmt er genau dieses Ressort. Die Widersprüchlichkeit ist nicht nur peinlich – sie ist politisch relevant. Linnemann ist Volkswirt und promovierter Ökonom. Seit 2009 sitzt er für den Wahlkreis Paderborn im Bundestag. Seine politische Karriere ist eng mit Wirtschaftspolitik, Mittelstand und bürokratiekritischen Positionen verbunden. Als… 

Zerstörung des Biodiversitäts-Hotspots 18: Irreversible Folgen für das Artengenom im südharzer Gipskarst

Der Biodiversitäts-Hotspot 18 – der Südharzer Zechsteingürtel mit Kyffhäuser und Hainleite – zählt zu den 30 national prioritären Zentren biologischer Vielfalt Deutschlands. Sein niedersächsischer Anteil im Landkreis Göttingen, insbesondere das Naturschutzgebiet Gipskarstlandschaft bei Ührde (ca. 705 ha, FFH-Gebiet „Gipskarstgebiet bei Osterode“), beherbergt eines der artenreichsten und geomorphologisch einzigartigsten Sulfatkarstsysteme Europas. Hier existieren spezialisierte Populationen von Orchideen (u. a. Bienen-Ragwurz, Purpur-Knabenkraut), Amphibien (Kammmolch), Reptilien (Zauneidechse), Fledermäusen und reliktären Pflanzenarten, die an die extremen Standortbedingungen des Gipskarstes adaptiert sind. Durch den genehmigten Dolomit- und Gipsabbau der Knauf-Tochter Rump & Salzmann – insbesondere die Erweiterung am Härkenstein und Blossenberg bis voraussichtlich 2090 – wird dieser Hotspot systematisch fragmentiert und reduziert. Was als streng geschütztes Gebiet ausgewiesen war, wird durch Holzeinschlag, Oberbodenabtrag und Sprengungen in eine Abbauzone umgewandelt. Die behördliche Freigabe (Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig / untere Naturschutzbehörde Göttingen 2014/2015) und die begleitende Kompensationsvereinbarung mit… 

Neue Strategie könnte Erschöpfung von T-Zellen verhindern und Immuntherapie stärken

New York – Forschende des Memorial Sloan Kettering Cancer Center haben den Signalweg MEK als zentralen Treiber der T-Zell-Erschöpfung identifiziert. Eine gezielte Hemmung von MEK könnte in Modellsystemen die Ausdauer von T-Zellen verbessern und damit die Wirksamkeit von Immuntherapien steigern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.immuni.2026.06.012). T-Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die Krebszellen angreifen. Bei anhaltender Exposition gegenüber Tumorantigenen geraten sie jedoch in einen erschöpften Zustand und verlieren die Fähigkeit, den Angriff aufrechtzuerhalten. Dieses Phänomen untergräbt insbesondere Checkpoint-Inhibitoren, die die Bremsen der T-Zellen lösen sollen. Das Team um Santosha Vardhana zeigte, dass die Erschöpfung eng mit dem Zellstoffwechsel zusammenhängt. Dauerhafte Antigenbelastung überfordert die Mitochondrien, die Energie aus Nährstoffen gewinnen. Die Entscheidung, große Mengen zytotoxischer Proteine zu produzieren, wird maßgeblich durch MEK gesteuert. Bei überaktiver MEK-Signalisierung treiben die Zellen in einen terminal erschöpften Zustand. Überraschenderweise waren erschöpfte T-Zellen… 

Chemotherapie hinterlässt genomische Fingerabdrücke in kindlichen Tumoren

Toronto – Bei fast der Hälfte der kindlichen Tumoren, die mit gängigen Chemotherapien behandelt wurden, lassen sich innerhalb von 18 Monaten DNA-Veränderungen nachweisen, die mit der Therapie zusammenhängen. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung des Hospital for Sick Children (SickKids), die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Die Forschenden analysierten mehr als 600 Tumoren von 544 Patienten aus Kanada, Australien und den USA. Mithilfe von Ganzgenomsequenzierung, detaillierten Behandlungsdaten und computergestützten Methoden identifizierten sie charakteristische genomische Signaturen einzelner Chemotherapien. Einige dieser Muster traten bereits 91 Tage nach Therapiebeginn auf. Besonders deutlich war der Einfluss platinbasierter Chemotherapie, die bei nahezu der Hälfte der behandelten Krebspatienten eingesetzt wird. Innerhalb von 18 Monaten wiesen 48 Prozent der Tumoren eine nachweisbare Platin-Signatur in den überlebenden Krebszellen auf. Viele Mutationen in rezidivierten oder metastasierten Tumoren standen im Zusammenhang mit der initialen Chemotherapie. Die Überlebensrate bei… 

Arterie-auf-dem-Chip hilft bei der Vorhersage des Schlaganfallrisikos

Sydney – Forschende der University of Sydney und des Heart Research Institute haben eine patientenspezifische „Arterie-auf-dem-Chip“-Plattform entwickelt, die die individuellen Gefäßstrukturen und Strömungsverhältnisse der Halsschlagader nachbildet. Das als „physical twin“ bezeichnete System soll die Vorhersage des Risikos für ischämische Schlaganfälle verbessern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cell Biomaterials veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.celbio.2026.100541). Ischämische Schlaganfälle entstehen, wenn ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Gerinnsel oder eine Plaque verstopft wird. Die Embolisation – das Ablösen und Wandern eines Thrombus – hängt von individuellen Faktoren ab und ist bislang schwer vorherzusagen. Auch Patienten, die als risikoarm eingestuft werden, können schwere oder tödliche Ereignisse erleiden. Das Team rekonstruierte die Halsschlagadern von sechs Patienten mit unterschiedlich starker Erkrankung. Mithilfe computergestützter Strömungssimulationen berechneten die Forschenden die lokalen Blutflussverhältnisse. Trotz vergleichbarer Verengungsgrade zeigten sich deutliche Unterschiede in den Strömungsmustern. Nach einer gezielten Verletzung der darunterliegenden Kollagenschicht mit…