Zum Inhalt springen

Bessere Biosicherheit in der Tierhaltung hängt stark vom menschlichen Verhalten ab

Burlington – Die Verbesserung der Biosicherheit in der Nutztierhaltung erfordert nicht nur technische Empfehlungen, sondern vor allem ein besseres Verständnis menschlichen Entscheidungsverhaltens. Das zeigt eine internationale Übersichtsarbeit unter Leitung der University of Vermont, die in Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht wurde (DOI: 10.3389/fvets.2026.1851630). Ein Team um Dr. Julia M. Smith analysierte Studien aus den Jahren 2008 bis 2024 zu Maßnahmen, die Landwirte und Tierbetreuer zur Umsetzung von Seuchenpräventionspraktiken bewegen sollen. Von ursprünglich 699 identifizierten Publikationen erfüllten nur 33 die Kriterien und umfassten 41 Einzelstudien. Untersucht wurden Betriebe mit Geflügel, Schweinen, Rindern und Schafen. Die Auswertung ergab, dass Bildungsprogramme – Schulungen, Workshops, Informationskampagnen, Befragungen, Audits und Aktionspläne – die mit Abstand häufigsten Ansätze sind. Viele dieser Maßnahmen konzentrieren sich vor allem darauf, Wissen und Bewusstsein zu erhöhen. Andere wichtige Einflussfaktoren wie Anreize, soziale Normen, Gewohnheiten, infrastrukturelle Bedingungen oder praktische Hürden (Kosten,… 

Quanteninternet verlässt das Labor

Evanston/Chicago – Forschende der Northwestern University haben erstmals erfolgreich verschränkte Photonen über eine 24,4 Kilometer lange Glasfaser zwischen Evanston und dem Zentrum von Chicago gesendet, während dieselbe Faser gleichzeitig hochkapazitiven kommerziellen Internetverkehr transportierte. Die Quanteninformation blieb mit einer Treue von mehr als 94 Prozent erhalten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Optica Quantum veröffentlicht (DOI: 10.1364/OPTICAQ.592786). Quanteninformationen sind extrem empfindlich. Im Gegensatz zu klassischen Daten, die aus Millionen von Lichtteilchen bestehen, nutzen Quantensignale einzelne Photonen. Schon geringste optische Störungen können die Verschränkung zerstören. Bislang galt die gemeinsame Nutzung bestehender Glasfasernetze daher als große Herausforderung. Das Team um Prem Kumar, Professor für Elektrotechnik und Computertechnik und Direktor des Center for Photonic Communication and Computing, erzeugte verschränkte Photonenpaare im Labor auf dem Campus in Evanston. Ein Partner jedes Paares blieb vor Ort, der andere legte die Strecke zum StarLight-Kommunikationsknoten in der Innenstadt… 

Bienengift als mögliche Zusatztherapie bei Parkinson

Guadalajara – Bienengift kann in Kombination mit der Standardtherapie aus Levodopa und Carbidopa die motorischen und kognitiven Funktionen in einem Mausmodell der Parkinson-Krankheit verbessern. Das zeigt eine experimentelle Studie der Universität Guadalajara, die in der Fachzeitschrift Neuroprotection veröffentlicht wurde (DOI: 10.1002/nep3.70038). Parkinson entsteht durch den fortschreitenden Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen. Levodopa (L-DOPA) in Kombination mit Carbidopa bleibt die Standardbehandlung, um den Dopaminmangel auszugleichen. Bei längerem Einsatz lassen die Wirkungen jedoch oft nach, und es können motorische Schwankungen sowie Dyskinesien auftreten. Deshalb suchen Forschende nach Zusatztherapien. Das Team um Professorin Alma Karen Lomeli-Lepe untersuchte, ob gefriergetrocknetes Bienengift die Wirkung der Standardtherapie verstärken kann. Bienengift enthält bioaktive Bestandteile wie Melittin, Phospholipase A2 und Apamin, denen entzündungshemmende, antioxidative und neuroaktive Eigenschaften zugeschrieben werden. In einem etablierten 6-Hydroxydopamin-(6-OHDA)-Mausmodell wurden erwachsene männliche CD-1-Mäuse in vier Gruppen eingeteilt: gesunde Kontrolltiere, unbehandelte Parkinson-Tiere, Tiere mit L-DOPA/Carbidopa sowie Tiere,… 

Blauzungenkrankheit: Erster BTV-8-Fall in Niedersachsen im Landkreis Göttingen

Göttingen – Im Landkreis Göttingen ist erstmals in Niedersachsen das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) amtlich nachgewiesen worden. Der Nachweis erfolgte am 17. Juli 2026 in einer Rinderhaltung. Damit gilt für mehrere Landkreise in Südniedersachsen und darüber hinaus eine 150-Kilometer-Handelsrestriktionszone. Betroffen sind neben dem Landkreis Göttingen unter anderem ganz oder teilweise die Landkreise Holzminden, Northeim, Goslar, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Braunschweig, Gifhorn, Celle sowie weitere Gebiete bis in den Norden und Westen Niedersachsens. Eine interaktive Karte der betroffenen Zonen wird vom Friedrich-Loeffler-Institut und den Landesbehörden bereitgestellt. Für die Verbringung empfänglicher Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen u. a.) aus der Restriktionszone in freie Gebiete gelten besondere Regelungen. Innerhalb der Zone sind Transporte bei symptomfreien Tieren weitgehend möglich. Die Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich. Die Behörden empfehlen, empfängliche Wiederkäuer weiterhin gegen den Serotyp 3 und zusätzlich gegen BTV-8 zu impfen. Zwischen den Serotypen besteht… 

Poster announcing 'Selected Artist' Marita Vollborn for Chianciano Biennale 2026, featuring a bronze sculpture centerpiece.

ARES: Artist criticizes power politics and considers withdrawing from U.S. exhibitions

Chianciano Terme – European sculptor Marita Vollborn is presenting her bronze sculpture “ARES” at the Chianciano Biennale 2026. In an interview, she linked the work to current political developments in the United States and said she is currently reviewing her participation in exhibitions there. Named after the Greek god of war, the sculpture confronts militarism, profiteering from conflict, and the unchecked exercise of power. It forms part of her series “Sinn und Scherben” (Sense and Shards), which explores human and societal contradictions. Vollborn stated that the democratic election result in the United States must be respected. At the same time, she warned against the erosion of institutional checks and balances and an increasingly unilateral foreign policy. She cited renewed discussions about Greenland as an example of returning imperial thinking that goes beyond resources and aims at signaling dominance. Wars and… 

Umweltminister Til Backhaus. Credits: Wikipedia

Buckelwal Timmy: DNA belastet Backhaus

Neue Zweifel an der Identität des vor der dänischen Insel Anholt gefundenen toten Buckelwals sorgen für eine weitere Wendung im Fall des als „Timmy“ bekannt gewordenen Tiers. Nach Informationen der BILD-Zeitung stimmen DNA-Proben nicht überein, die mit dem in der Ostsee gestrandeten Wal in Verbindung gebracht werden. Eine Pressekonferenz soll am Mittwochnachmittag (22. Juli 2026) in Hamburg weitere Aufklärung bringen. Wie die BILD berichtet, passen zwei DNA-Proben nicht zusammen: Eine Probe wurde demnach vor der Freilassung des Wals am 2. Mai durch den US-Experten Jeff Forster entnommen, eine weitere von Mitgliedern der privaten Rettungsinitiative am Strand von Anholt. Für die Entnahme der zweiten Probe gab es nach bisherigen Angaben keine unabhängigen Zeugen, und der Versand ins Labor war nicht überwacht. Der Kadaver war Mitte Mai vor Anholt entdeckt und zunächst von dänischen Behörden sowie dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern als Timmy identifiziert… 

Line chart titled Cardiovascular Mortality showing cumulative probability over 0–5 years; four groups (O, B, AB, A) with colored lines and circular markers, mortality increasing over time.

Blutgruppe A mit niedrigerem Sterberisiko bei Hämodialyse-Patienten verbunden

Osaka – Bei Patientinnen und Patienten, die eine Hämodialyse erhalten, ist die Blutgruppe A mit einem niedrigeren Risiko für die Gesamtsterblichkeit und die kardiovaskuläre Sterblichkeit verbunden. Das zeigt eine prospektive Kohortenstudie der Osaka Metropolitan University, die in Kidney International Reports veröffentlicht wurde. Ein Forschungsteam um Dr. Masafumi Kurajoh untersuchte 1.671 Hämodialyse-Patienten an 17 Einrichtungen in der Präfektur Osaka. Die Teilnehmenden wurden über etwa fünf Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum starben 464 Personen, davon 278 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Auswertung ergab, dass Patientinnen und Patienten mit Blutgruppe A ein niedrigeres Risiko für die Gesamtsterblichkeit und für kardiovaskuläre Todesfälle hatten. Für die nicht-kardiovaskuläre Sterblichkeit – etwa durch Infektionen oder Krebserkrankungen – zeigte sich kein Zusammenhang mit der Blutgruppe. In der Allgemeinbevölkerung ist die Blutgruppe 0 mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko assoziiert. Bei Dialysepatienten war dagegen die Blutgruppe A mit einem niedrigeren Risiko verbunden.… 

Erste Studie bestätigt: Schwimmen lindert Behinderung bei chronischen Rückenschmerzen

Sydney – Ein individualisiertes Schwimmprogramm in Kombination mit Aufklärung kann die durch chronische Rückenschmerzen verursachte Behinderung deutlich reduzieren. Das zeigt die erste randomisierte klinische Studie zu diesem Thema, die im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde. Forschende der Macquarie University in Sydney untersuchten 76 Erwachsene im Alter von 26 bis 74 Jahren (Durchschnitt 41 Jahre) mit seit mindestens zwölf Wochen bestehenden Rückenschmerzen und daraus resultierender Beeinträchtigung. Die Teilnehmenden wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe absolvierte ein achtwöchiges, an die individuelle Schwimmfähigkeit und Fitness angepasstes Programm mit dem Ziel von drei 30- bis 45-minütigen Schwimmeinheiten pro Woche sowie vier telemedizinischen Coaching-Sitzungen mit Physiotherapeuten. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich ein bis zwei Aufklärungssitzungen zu denselben Kernbotschaften und setzte ihre übliche Behandlung fort. Nach acht Wochen war die Behinderung in der Schwimmgruppe signifikant geringer. Die Teilnehmenden verbesserten sich um etwa 50 Prozent… 

Umfrage: KI im US-Gesundheitswesen liefert Nutzen, scheitert aber an der Skalierung

San Francisco – Künstliche Intelligenz zeigt im US-Gesundheitswesen messbaren Nutzen, wird jedoch in den meisten Einrichtungen nicht weiter ausgebaut. Das geht aus einer nationalen Umfrage unter Führungskräften des Gesundheitswesens hervor, die das Unternehmen Carta Healthcare veröffentlicht hat. 71 Prozent der befragten Organisationen skalieren KI-Anwendungen trotz nachgewiesener Ergebnisse nicht mit entsprechender Geschwindigkeit. Gleichzeitig stufen 92 Prozent der Befragten eine tiefgehende fachliche Expertise im Gesundheitswesen als entscheidend bei der Auswahl eines KI-Anbieters ein. Die Hälfte der Teilnehmenden vergab hierfür die Höchstpunktzahl. Als größte Hürden für die Einführung nannten die Befragten Schwierigkeiten bei der Integration in die elektronische Patientenakte (44 Prozent), fehlende Unterstützung oder Budget durch die Geschäftsführung (37 Prozent) sowie konkurrierende Organisationsprioritäten (33 Prozent). Bedenken zu Vertrauen der Kliniker, laufenden Kosten und regulatorischer Unsicherheit lagen jeweils bei 26 Prozent. Als hilfreichste Maßnahme zur Beschleunigung der Einführung wurde eine Lösung genannt, die sich… 

Liquor-basierter Liquid-Biopsy-Test beeinflusst klinische Entscheidungen bei Hirntumoren

Chicago – Ein liquorbasiertes Liquid-Biopsy-Verfahren für Hirn- und Rückenmarkstumoren hat in einer Studie in 86 Prozent der Fälle die klinische Entscheidungsfindung beeinflusst. Das zeigt eine peer-reviewed Untersuchung, die im Journal of Liquid Biopsy veröffentlicht wurde. Der Test Summit 2.0 des Unternehmens Belay Diagnostics erfasst molekulare Veränderungen aus dem Liquor und soll die Diagnose und Behandlung primärer sowie metastasierter Tumoren des zentralen Nervensystems unterstützen. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 22 Klinikerinnen und Klinikern – überwiegend Neuroonkologen – an 17 Einrichtungen und umfasste 49 Fälle. Nach Angaben der Befragten trug der Test unter anderem zu einer definitiven Diagnose, der Auswahl der Therapie, der Entscheidungsfindung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen sowie zur Prognoseeinschätzung bei. Die klinische Nützlichkeit wurde sowohl bei positiven als auch bei negativen Ergebnissen berichtet. In 89,8 Prozent der Fälle stimmten die Klinikerinnen und Kliniker der Aussage zu oder…