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KI-Bewusstsein: Forscher fordern strengere wissenschaftliche Standards

KI-Bewusstsein: Forscher fordern strengere wissenschaftliche Standards. Symbolbild. Photo by Tara Winstead on Pexels.com

Seoul (LabNews Media LLC) – Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz gewinnen Fragen nach Bewusstsein an Bedeutung, die früher vor allem philosophisch diskutiert wurden. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Prof. Hakwan LAU vom Center for Neuroscience Imaging Research des Institute for Basic Science (IBS) argumentiert in einer neuen Analyse, dass die derzeitigen wissenschaftlichen Methoden noch nicht ausreichen, um solche Fragen verlässlich zu beantworten.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht wurde, kritisiert viele gängige experimentelle Paradigmen in der Bewusstseinsforschung. Ansätze wie visuelle Maskierung, binokulare Rivalität oder Wahrnehmungsschwellen-Tests veränderten häufig nicht nur das bewusste Erleben, sondern auch die allgemeine Fähigkeit zur Informationsverarbeitung. Dadurch sei es schwierig zu unterscheiden, ob beobachtete Effekte tatsächlich auf Bewusstsein zurückzuführen seien oder lediglich auf breitere kognitive Prozesse.

Die Autoren betonen, dass die Arbeit nicht klären will, ob Tiere, KI-Systeme, Föten oder Organoiden Bewusstsein besitzen. Stattdessen stelle sie eine grundlegendere Frage: Messen die aktuellen wissenschaftlichen Methoden tatsächlich Bewusstsein selbst?

Prof. Hakwan LAU erklärte, viele Bewusstseinstheorien schienen durch experimentelle Befunde gestützt zu werden. Diese Befunde könnten jedoch eher allgemeine Informationsverarbeitung als Bewusstsein widerspiegeln.

Die Forscher verweisen auf frühere Entwicklungen in der Psychologie. Starke, aber methodisch unzureichend abgesicherte Behauptungen zum Bewusstsein hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Gegenbewegung geführt, die schließlich zum Aufstieg des Behaviorismus beitrug.

Als vielversprechendere Ansätze nennen die Wissenschaftler neuropsychologische Phänomene wie Blindsight oder Hemineglect, bei denen bewusste Wahrnehmung und Verhalten voneinander getrennt sind. Solche Fälle könnten helfen, subjektives Erleben klarer von reiner Informationsverarbeitung zu unterscheiden.

Die Autoren fordern strengere methodische Standards und größere konzeptuelle Klarheit in der Bewusstseinsforschung. Angesichts wachsender ethischer und gesellschaftlicher Implikationen – etwa bei Fragen zum Tierschutz, zur KI-Ethik oder zur Bioethik – müssten wissenschaftliche Aussagen zum Bewusstsein besonders robust sein.

Die Studie wurde vom IBS, der Université de Montréal und der New York University durchgeführt. Die Forschenden hoffen, dass ihre Analyse zu einer sorgfältigeren Methodik und größerer begrifflicher Präzision in der rasch wachsenden Bewusstseinsforschung beiträgt.

KI-Bewusstsein: Forscher fordern strengere wissenschaftliche Standards. Symbolbild. Photo by Tara Winstead on Pexels.com
KI-Bewusstsein: Forscher fordern strengere wissenschaftliche Standards. Symbolbild. Photo by Tara Winstead on Pexels.com
LabNews Media LLC

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu