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Ukraine seit Februar 2022: Gemeldete Tote, Verletzte, Kinder und das Gesundheitssystem

Am 24. Februar 2022 begann die großflächige Invasion Russlands in die Ukraine. Zahlen zu Toten und Verletzten stammen aus unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlicher Methodik: Die Vereinten Nationen (OHCHR / Human Rights Monitoring Mission in Ukraine, HRMMU) verifizieren Zivilopfer nach eigenen Kriterien und bezeichnen ihre Totenzahlen ausdrücklich als Mindestangaben. Militärische Verluste veröffentlichen weder Kiew noch Moskau vollständig. Es gibt benannte Bestätigungen unabhängiger Medienprojekte sowie Schätzungen von Denkfabriken, Geheimdiensten und Regierungen. Diese Kategorien sind nicht miteinander gleichzusetzen.

Ein vorangegangener Konflikt im Donbas ab 2014 kostete nach UN-Angaben zusätzlich rund 14.200 bis 14.400 Menschen das Leben (Militärs und Zivilisten). Der folgende Text bezieht sich auf die Phase ab dem 24. Februar 2022.

Zivilopfer: verifizierte UN-Mindestzahlen

Die unabhängige UN-Untersuchungskommission nannte am 21. September 2026 mehr als 17.000 getötete und nahezu 54.000 verletzte Zivilisten in der Ukraine seit Beginn der Invasion. Die OHCHR/HRMMU-Reihen liegen in derselben Größenordnung: Mitte August 2026 waren mindestens 16.874 Zivilisten getötet und 51.273 verletzt verifiziert. Die UN betont, dass die tatsächlichen Zahlen höher liegen, weil in Front- und besetzten Gebieten nicht alle Fälle überprüft werden können.

Die zivilen Opferzahlen stiegen 2026 gegenüber den Vorjahren. Von Januar bis August 2026 verifizierte die HRMMU 2.222 getötete und 13.058 verletzte Zivilisten – mehr als im gesamten Jahr 2025 und mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Zeitraum 2024. Juli 2026 war der Monat mit den höchsten verifizierten Zivilopfern seit März 2022: mindestens 437 Tote und 2.610 Verletzte. August folgte mit 372 Toten und 2.349 Verletzten. Hauptursachen waren nach UN-Angaben weitreichende Raketen und Drohnen (oft in Städten abseits der Front), Gleitbomben sowie kurzreichweitige Drohnen nahe der Frontlinie.

Für Zivilopfer auf russischem Staatsgebiet und in von Russland kontrollierten Gebieten der Ukraine liegen der UN nur begrenzte Überprüfungsmöglichkeiten vor. Russische Behörden und unabhängige russische Medien berichten eigene Zahlen; eine mit der HRMMU vergleichbare laufende Verifikation fehlt.

Militärische Verluste: Schätzungen und namentliche Bestätigungen

Offizielle Gesamttotenzahlen der Streitkräfte fehlen auf beiden Seiten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte Ende Juli 2026 rund 50.000 getötete und etwa 400.000 verwundete ukrainische Soldaten. Im Februar 2026 hatte er mindestens 55.000 getötete ukrainische Soldaten angegeben. Das Projekt UALosses, das namentlich bestätigte ukrainische Verluste sammelt, zählte zum 4. September 2026 103.418 Getötete (einschließlich nicht kampfbedingter Todesfälle), 97.938 Vermisste und 11.618 Gefangene. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzte im Sommer 2026 die ukrainischen militärischen Gesamtverluste (Tote und Verwundete) auf 525.000 bis 625.000, darunter 125.000 bis 150.000 Tote.

Für russische Streitkräfte haben BBC News Russian und Mediazona zum 4. September 2026 243.674 namentlich bestätigte Tote erfasst (ohne Kräfte der ehemaligen Volksrepubliken Donezk und Luhansk). Diese Liste ist eine Untergrenze, weil nicht alle Toten öffentlich benannt werden. CSIS schätzte russische Gesamtverluste auf etwa 1,4 Millionen, darunter 400.000 bis 450.000 Tote. NATO-Schätzungen lagen bei 1,3 bis 1,45 Millionen russischen Verlusten und rund 500.000 Toten. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlicht täglich deutlich höhere russische Verlustzahlen; sie sind nicht unabhängig bestätigt. Ein Modell des Economist schätzte russische Tote zum 23. September 2026 auf 373.000 bis 702.000 (Punktwert rund 508.000). Zusammengenommen liegen seriöse Schätzungen der militärischen Toten und Verwundeten beider Seiten im Bereich von über zwei Millionen.

Kinder

Die UN hat seit Februar 2022 mindestens rund 820 getötete und mehr als 3.100 verletzte Kinder in der Ukraine verifiziert (Stand August 2026). UNICEF sprach Ende August 2026 von mehr als 3.900 Kindern, die seit der Eskalation getötet oder verletzt wurden; die tatsächliche Zahl liege wahrscheinlich höher. Juli 2026 war nach HRMMU der Monat mit den meisten Kinderopfern seit April 2022: 17 getötete und 166 verletzte Kinder. Auch im August 2026 wurden weitere Kindestote und -verletzte bei Angriffen auf Wohngebiete, Einkaufszentren und andere zivile Orte gemeldet.

UNICEF schätzte 2026, dass 2,2 Millionen Kinder in der Ukraine humanitäre Hilfe benötigen. Mehr als ein Drittel der Kinder galt zu Jahresbeginn 2026 weiterhin als vertrieben. Schulen und Kindergärten wurden wiederholt beschädigt; Unterricht findet in vielen Frontregionen unterirdisch oder online statt. UNICEF und Partner berichten zudem von weit verbreitetem psychischem Stress bei Kindern und Betreuungspersonen. Es gibt auch gemeldete Kindestote und -verletzte bei Angriffen auf russischem Gebiet; eine mit der Ukraine vergleichbare laufende UN-Verifikation dieser Fälle liegt nicht vor.

Gesundheitsversorgung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seit dem 24. Februar 2022 mehr als 2.880 Angriffe auf das Gesundheitswesen in der Ukraine dokumentiert; spätere Angaben lagen bei über 3.100. Betroffen waren Krankenhäuser, Ambulanzen, medizinische Lager und Transportmittel. Nach WHO-Angaben wurden bis Ende 2025 in solchen Angriffen 233 Beschäftigte des Gesundheitswesens und Patienten getötet und 930 verletzt. 2026 setzten sich Angriffe fort, darunter auf Medikamentenlager und WHO-Hilfslager. Physicians for Human Rights und Partner zählten insgesamt über 3.300 dokumentierte Angriffe auf die Gesundheitsversorgung.

Das ukrainische Gesundheitsministerium meldete bis November 2025 mehr als 2.500 beschädigte oder zerstörte medizinische Einrichtungen, darunter 327 vollständig zerstörte. In Frontregionen sind hohe Anteile der Einrichtungen außer Betrieb: Berichte nennen unter anderem rund 66 Prozent nicht betriebsfähige Einrichtungen in der Oblast Donezk sowie deutlich erhöhte Ausfallquoten in Saporischschja, Charkiw, Cherson und Sumy. Ärzte ohne Grenzen dokumentierte Angriffe auf Einrichtungen, in denen die Organisation tätig war, darunter vollständig zerstörte Krankenhäuser und aufgegebene Rettungswachen.

Wiederholte Angriffe auf Energie- und Wärmeversorgung treffen Krankenhäuser indirekt: Strom, Heizung, Wasser und Kühlketten für Impfstoffe und Blutprodukte fallen aus. WHO-Einschätzungen nannten Hunderttausende stationäre Patienten in Frontregionen, die im Winter durch Energie- und Wasserausfälle betroffen sein könnten. Personalmangel durch Vertreibung, Einberufung und Verluste erschwert die Versorgung zusätzlich.

Hinweise zur Datenlage

Zivilopfer der UN sind einzeln geprüfte Mindestzahlen; in umkämpften und besetzten Gebieten bleibt die Erfassung unvollständig. Militärische Totenzahlen sind Schätzungen oder namentliche Teilerfassungen, keine vollständigen Amtsregister. Ukrainische Generalstabszahlen zu russischen Verlusten und russische Angaben zu eigenen und gegnerischen Verlusten sind nicht unabhängig nachvollziehbar. Verletztenzahlen der Armeen umfassen unterschiedliche Schweregrade und werden selten vollständig veröffentlicht. Nachmeldungen, Vermisste und nicht geborgene Tote verändern die Bilanz über Jahre. Die hier genannten Werte entsprechen den öffentlich zugänglichen Berichten bis Mitte/Ende September 2026.

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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