Mehr Menschen mit Typ-1-Diabetes erwartet
Weltweit wird die Zahl der Menschen mit Typ-1-Diabetes (T1D) nach Schätzungen von 9,4 Millionen im Jahr 2025 auf 12,1 Millionen im Jahr 2049 steigen. Das entspricht einem Anstieg um 29 Prozent. Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr soll im gleichen Zeitraum um 14 Prozent zunehmen. Die Prognosen basieren auf dem DIAMOND-T1D-Modell und wurden von Professor Anders Green vom Steno Diabetes Center Odense in Dänemark geleitet. Die Ergebnisse sollen auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vom 28. September bis 2. Oktober in Mailand vorgestellt werden.
Viele Mütter mit unerkanntem PTSD nach Geburt
Zehntausende Mütter in Großbritannien könnten nach der Geburt an einer undiagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) leiden. Das geht aus einer Analyse der University of East Anglia hervor. Etwa eine von 20 Frauen entwickele nach der Geburt PTSD mit Symptomen wie Flashbacks, Albträumen, Angst und anhaltend negativen Gedanken. Die emotionale und psychische Traumatisierung werde bei Nachsorgeuntersuchungen bei Hausärzten oft nicht erkannt oder falsch diagnostiziert. Die Forscher fordern bessere Instrumente für Hausärzte zur Identifikation betroffener Mütter. Der Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund von Berichten zu Mängeln in der Mutterschafts- und Neugeborenenversorgung in England.
Parkinson kostet Europa jährlich Milliarden
Die gesellschaftlichen Kosten der Parkinson-Krankheit in Europa beliefen sich 2019 auf 22,8 Milliarden Euro. Das entspricht 28,8 Milliarden Euro zu Preisen von 2025. Das zeigt eine Studie, die in der Fachzeitschrift Movement Disorders veröffentlicht wurde. Etwa 2,2 Millionen Erwachsene in 47 europäischen Ländern lebten 2019 mit der Erkrankung. Davon entfielen 17,3 Milliarden Euro auf direkte medizinische und nicht-medizinische Kosten, 4,4 Milliarden Euro auf unbezahlte informelle Pflege durch Angehörige und Freunde sowie 1 Milliarde Euro auf indirekte Kosten durch Produktivitätsverluste. Die Prävalenz ist seit 1990 von 135 auf 247 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Die höchsten nationalen Kosten verzeichneten Deutschland (5,7 Milliarden Euro), Frankreich (5,3 Milliarden), Italien (2,6 Milliarden), Spanien (1,9 Milliarden) und Großbritannien (1,6 Milliarden).
Neue Leitlinien für Schlaganfall-Rehabilitation
Ein Spezialist der University of Maryland School of Medicine hat an neuen Empfehlungen zur Untersuchung molekularer Biomarker für die Erholung nach einem Schlaganfall mitgewirkt. Die Leitlinien sollen präzisionsmedizinische Ansätze in der Rehabilitation ermöglichen, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Die Veröffentlichung erfolgte im International Journal of Stroke.
Spezielle Gefäßzellen treiben Lungenfibrose voran
Forscher der Boston University School of Medicine haben eine spezielle Zellpopulation in Lungenvenen identifiziert, die nach einer Verletzung aktiv wird und die Bildung von Narbengewebe (Fibrose) fördert. Die Entdeckung eines bislang unerkannten Treibers der Lungenfibrose und eines angreifbaren Signalwegs eröffnet Möglichkeiten für Therapien gegen pulmonale Fibrose und andere fibrotische Lungenerkrankungen. Die Studie erschien in Science Advances.
Viele Medicaid-Berechtigte riskieren Verlust der Absicherung
Fast 20 Prozent der Medicaid-berechtigten Erwachsenen in US-Bundesstaaten mit erweiterter Medicaid-Abdeckung riskieren, die künftigen Mindestanforderungen an Arbeitsstunden nicht zu erfüllen und dadurch den Krankenversicherungsschutz zu verlieren. Das zeigt eine Studie der Boston University School of Public Health, veröffentlicht in JAMA Health Forum. Besonders betroffen sind Frauen, Unverheiratete, Weiße und Personen mit geringer Bildung.
RNA-Ansatz gegen unheilbare Erbkrankheiten
Forscher der University of Toronto haben einen weiterentwickelten RNA-Therapieansatz entwickelt, der potenziell eine Reihe genetischer Erkrankungen mit bestimmten krankheitsverursachenden Mutationen behandeln könnte. Der Ansatz basiert auf transfer-RNA (tRNA), die so verändert wurde, dass Zellen vorzeitige Stoppsignale überlesen und die Produktion vollständiger Proteine fortsetzen können. Die Arbeit wurde in Science veröffentlicht.
Begriff „pflanzenbasiert“ unterschiedlich verstanden
Der Begriff „pflanzenbasiert“ wird unter US-Erwachsenen unterschiedlich interpretiert. 56 Prozent verstehen darunter vegan (Verzicht auf alle tierischen Produkte), 35 Prozent eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln bei gleichzeitigem Verzehr von etwas Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Die Interpretation unterscheidet sich nach Altersgruppen: 63 Prozent der 65- bis 94-Jährigen setzen den Begriff mit vegan gleich, gegenüber 51 Prozent der 18- bis 34-Jährigen. Das zeigt eine Studie, veröffentlicht im American Journal of Lifestyle Medicine.


