Zum Inhalt springen

Johnson & Johnson erzielt Fortschritt bei neuem SLE-Medikament

Der Wirkstoff Nipocalimab von Johnson & Johnson hat in einer Phase-2-Studie bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem systemischem Lupus erythematodes (SLE) positive Ergebnisse erzielt. Das Präparat erreichte den primären Endpunkt und zeigte eine anhaltende Reduktion der Krankheitsaktivität über 52 Wochen. In der JASMINE-Studie erreichte eine signifikant höhere Anzahl der mit Nipocalimab behandelten Patienten eine SRI-4-Antwort im Vergleich zur Placebogruppe. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei autoantikörperpositiven Patienten, die etwa 80 Prozent der SLE-Betroffenen ausmachen. Auch der Anteil der Patienten, die einen Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) erreichten, war in dieser Gruppe deutlich höher. Nipocalimab blockiert selektiv den neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) und senkt dadurch pathogene IgG-Autoantikörper und Immunkomplexe. Es handelt sich um den ersten Nachweis einer Wirksamkeit einer FcRn-Blockade bei SLE. Das Sicherheitsprofil entsprach den Erwartungen aus früheren Studien. Die Ergebnisse werden als Late-Breaking-Präsentation auf dem EULAR-Kongress 2026 in London… 

Inno KI aus Vechta erreicht eine Million Euro ARR ohne externes Kapital

Es geht auch ohne VC: Die Inno KI GmbH aus Vechta hat zwei Jahre nach ihrer Gründung die Marke von einer Million Euro Annual Recurring Revenue (ARR) erreicht. Das Unternehmen hat diesen Erfolg ausschließlich aus eigenem Startkapital und ohne Risikokapital oder externe Investoren erzielt. Die Einnahmen stammen vor allem aus KI-Consulting, Schulungen und der wachsenden Nutzung der eigenen Plattform innoGPT, die derzeit monatlich um rund 30 Prozent wächst. Die Plattform bündelt führende KI-Modelle von OpenAI, Anthropic, Google, Meta und Mistral auf einer DSGVO-konformen, in Deutschland gehosteten Infrastruktur. Geschäftsführer Maurice Brumund erklärte, das Unternehmen habe bewusst auf Wachstumskapital verzichtet, um unabhängig zu bleiben und langfristig im Interesse der Kunden entscheiden zu können. Statt eines schnellen Exits stehe die stabile und vertrauensvolle Partnerschaft mit mittelständischen Unternehmen im Vordergrund. Die Einführung von KI erfordere nicht nur Technik, sondern vor allem Begleitung bei Veränderungsprozessen… 

Tragbarer TB-Test könnte Diagnose in armen Regionen deutlich verbessern

Ein neu entwickeltes tragbares Testgerät kann Tuberkulose (TB) innerhalb von weniger als 30 Minuten zuverlässig nachweisen. Der Test „MiniDock MTB“ liefert genaue Ergebnisse sowohl aus Sputumproben als auch aus Zungenabstrichen und könnte insbesondere in ressourcenarmen Regionen die Diagnose und Behandlung von Tuberkulose erheblich beschleunigen. In einer Studie mit 1.380 Teilnehmern ab 12 Jahren aus sieben Ländern in Asien und Afrika identifizierte der Test mehr als 85 Prozent der bestätigten Tuberkulosefälle bei Verwendung von Sputum und fast 80 Prozent bei Zungenabstrichen. Die Rate falsch positiver Ergebnisse lag bei unter 2,5 Prozent. Der Test war empfindlicher als mikroskopbasierte Verfahren und erreichte bei Sputumproben eine vergleichbare Sensitivität wie etablierte molekulare DNA-Tests. Er erfüllte die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Leistungsziele und wurde von medizinischem Personal als einfach zu bedienen bewertet. Die Studie wurde unter Leitung von Dr. Adithya Cattamanchi von der University of… 

FDA veröffentlicht neue Webseite zu Real-World Evidence für Medizinprodukte

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine neue Webseite des Center for Devices and Radiological Health (CDRH) veröffentlicht. Die Seite informiert über die Bemühungen der Behörde, Real-World Data (RWD) zur Generierung von Real-World Evidence (RWE) für regulatorische Entscheidungen zu nutzen. Die neue Seite stellt ausgewählte Aktivitäten des CDRH vor, mit denen der Einsatz von Real-World Evidence bei Zulassungs- und Überwachungsentscheidungen für Medizinprodukte vorangetrieben werden soll. Ziel ist es, die Nutzung von Daten aus der klinischen Praxis für regulatorische Zwecke zu stärken. Die FDA bietet auf der Seite keine konkreten Produktentscheidungen oder Warnungen an. Interessierte können sich bei Fragen an die Division of Industry and Consumer Education wenden. Die Veröffentlichung erfolgte am 2. Juni 2026.

Blutproteine können Netzhautdegeneration bei Diabetikern früh vorhersagen

Ein KI-gestütztes Modell, das auf 71 spezifischen Blutproteinen basiert, kann das Risiko einer frühzeitigen Netzhautdegeneration bei Menschen mit Typ-2-Diabetes bereits vor dem Auftreten von Symptomen vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlicht wurde. Die Forschenden um Huangdong Li vom Guangdong Provincial Clinical Research Center for Ocular Diseases analysierten Blutplasma von 1.492 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die noch keine diabetische Netzhautneurodegeneration (DRN) aufwiesen. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden bei 1.218 Teilnehmern wiederholt Netzhautscans durchgeführt. Die Ergebnisse wurden mit Daten von 502 Diabetikern aus der UK Biobank verglichen. Die Wissenschaftler identifizierten 71 Blutproteine, die mit DRN in Verbindung stehen und an Prozessen wie Entzündung und zellulärer Erhaltung beteiligt sind. Mithilfe maschinellen Lernens entwickelten sie das Vorhersagemodell „Pro-DRN“, das die Vorhersagegenauigkeit im Vergleich zu den bisher besten Modellen um 26 Prozent verbesserte. Diabetische Netzhautneurodegeneration gilt als… 

PET-Bildgebung zeigt synaptischen Verlust bei Multipler Sklerose

Bei Multipler Sklerose (MS) kommt es nicht nur zu Entmarkung und Nervenzellverlust, sondern auch zu einem deutlichen Rückgang der Synapsen. Dies konnten Forschende nun erstmals sowohl in präklinischen Modellen als auch bei MS-Patienten mithilfe der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) nachweisen. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Nuclear Medicine veröffentlicht wurde, nutzte einen speziellen PET-Tracer, der die Dichte von Synapsen im Gehirn sichtbar macht. Sowohl bei Mäusen mit experimenteller autoimmuner Enzephalomyelitis (EAE) als auch bei Menschen mit MS zeigten sich signifikante synaptische Verluste – insbesondere in Hirnregionen, die mit kognitiven Funktionen in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der synaptische Verlust ein eigenständiger und früher Bestandteil der MS-Pathologie ist und nicht nur eine Folge späterer axonaler Schäden. Die PET-Bildgebung ermöglichte es erstmals, diese Veränderungen nicht-invasiv und über die Zeit hinweg zu verfolgen. Die Forschenden sehen in der Methode ein… 

Mayo Clinic und Microsoft entwickeln Frontier-KI-Modell für die Medizin

Die renommierte Mayo Clinic und Microsoft wollen gemeinsam ein sogenanntes Frontier-KI-Modell für den medizinischen Bereich entwickeln. Ziel der Kooperation ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz die Patientenversorgung zu verbessern, klinische Entscheidungen zu unterstützen und die medizinische Forschung zu beschleunigen. Das Modell soll auf den umfangreichen klinischen Daten und der Expertise der Mayo Clinic basieren und mit den fortschrittlichen KI-Technologien von Microsoft kombiniert werden. Dabei stehen neben der Leistungsfähigkeit besonders Datenschutz, Sicherheit und eine verantwortungsvolle Nutzung im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit soll dazu beitragen, dass KI-gestützte Systeme künftig Ärzte bei Diagnose, Therapieplanung und der Auswertung komplexer medizinischer Daten wirksam unterstützen. Beide Partner betonen, dass das Modell speziell auf die Anforderungen im Gesundheitswesen zugeschnitten werden soll und strenge klinische und ethische Standards erfüllen muss. Die Initiative reiht sich in eine Reihe von Kooperationen zwischen großen Klinikketten und Technologiekonzernen ein, die KI-Modelle für den medizinischen… 

Zahl der Drogentoten in den USA sank 2024 drastisch

Forscher der University of California San Diego haben festgestellt, dass die Zahl der Drogentodesfälle in den USA zwischen 2023 und 2024 drastisch gesunken ist. Dies markiert den ersten dokumentierten Rückgang in allen vier Wellen der Drogenkrise des Landes. Die Studie, die am 2. Juni 2026 in der Fachzeitschrift „Addiction“ veröffentlicht wurde , ergab, dass der landesweite Rückgang hauptsächlich auf sinkende Todesfälle durch illegales Fentanyl zurückzuführen ist, sowohl allein als auch in Kombination mit Stimulanzien wie Methamphetamin und Kokain. Trotz dieses ermutigenden Trends warnen die Forscher, dass die Zahl der Drogentodesfälle durch Stimulanzien ohne Fentanyl sowie die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Xylazin weiter steigt und die ethnischen Ungleichheiten weiterhin gravierend sind. Die Forscher analysierten nationale Daten zur Überdosissterblichkeit aus der WONDER-Datenbank (Wide-ranging ONline Data for Epidemiologic Research) der Centers for Disease Control and Prevention und untersuchten jeden registrierten Todesfall durch Überdosis… 

Gen sorgt für schnelles Wachstum – aber verkürzt das Leben

Ein einzelnes Gen kann bei Fischen für schnelles Wachstum und frühe Fortpflanzung sorgen – auf Kosten einer deutlich verkürzten Lebensspanne und eines erhöhten Krebsrisikos. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hebräischen Universität Jerusalem, die im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht wurde. Die Forschenden untersuchten das Gen vgll3 beim kurzlebigen afrikanischen Türkis-Killifisch, einem Modellorganismus für die Alterungsforschung. Durch gezielte Veränderung des Gens mit der Genschere CRISPR zeigten die Tiere ein schnelleres Wachstum, eine frühere Geschlechtsreife und eine höhere Rate an altersbedingten Tumoren, darunter auch melanomähnliche Krebsarten. Die Studie liefert damit erstmals experimentelle Belege für die sogenannte antagonistische Pleiotropie – eine evolutionär-biologische Theorie, nach der bestimmte Gene in jungen Jahren Vorteile bringen, im Alter jedoch schädlich wirken. Das Gen vgll3 beeinflusst unter anderem die Zellteilung, die Aktivität von Stammzellen und die DNA-Reparatur. Die Forschenden um Dr. Eitan Moses, Dr. Marva Bergman und… 

LabNews Media LLC

Biologisches Knieimplantat ersetzt TEP

Das US-amerikanische Zelltherapie-CD MO Made Scientific, Inc. ist als Hersteller für das neuartige lebende biologische Knieersatzimplantat NOVAKnee ausgewählt worden. Das Präparat wird von Forschern der Columbia University im Rahmen des ARPA-H-Programms NITRO entwickelt. NOVAKnee soll herkömmliche metallische und kunststoffbasierte Knieprothesen durch ein biologisches Implantat ersetzen. Es besteht aus einem abbaubaren Gerüst, das mit Knochen- und Knorpelvorläuferzellen besiedelt wird, um das Gelenk durch natürliche Geweberegeneration wiederherzustellen. Made Scientific wird den Technologietransfer, die analytische und prozessuale Entwicklung sowie die GMP-Herstellung der Wirkstoffe und Fertigprodukte für die geplante Phase-1-Studie in den USA übernehmen. Die klinische Prüfung soll 2028 beginnen. Der Auftrag unterstreicht die Rolle von Made Scientific als Partner für die Überführung akademischer Innovationen in die klinische Entwicklung. Das Unternehmen mit Sitz in Princeton (New Jersey) spezialisiert sich auf die Entwicklung und Herstellung autologer und allogener Zelltherapien.