MS: NfL-Werte richtig einordnen
Ein NfL-Wert aus dem Blut ist kein Diagnosebeweis und keine Note für die MS. Er misst, wie viel axonales Strukturprotein gerade im Blut ankommt. Richtig interpretieren heißt: Zahl in Bezug setzen – zu Alter, Labor, Verlauf, Klinik und MRT. 1. Nicht die Rohzahl allein Angaben in Pikogramm pro Milliliter sind laborabhängig. Simoa, Elecsys und andere Plattformen liefern numerisch unterschiedliche Werte, auch wenn sie hoch korrelieren. Ein „Grenzwert“ aus einer Studie gilt nicht automatisch für das Labor nebenan. Maßgeblich sind methodenspezifische Referenzbereiche. Besser als ein fixer Cut-off (etwa „über 10 pg/ml“) sind alters- und oft BMI-adjustierte Perzentile oder Z-Scores. Der Z-Score sagt, um wie viele Standardabweichungen der Wert vom Erwartungswert Gleichaltriger abweicht. In MS-Kohorten sagten solche Z-Scores Krankheitsaktivität und Therapieansprechen zuverlässiger voraus als absolute Konzentrationen. 2. Alter ist der wichtigste Störfaktor sNfL steigt mit den Jahren, nach etwa 50 bis 60…
