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Neue Arbeitsgruppe am Kinderkrebs-Zentrum Hamburg erforscht Stoffwechsel aggressiver Hirntumoren

Hamburg – Am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg hat Dr. Sina Neyazi eine neue Arbeitsgruppe aufgebaut, die den Stoffwechsel aggressiver Hirntumoren bei Kindern untersucht. Ziel ist es, metabolische Schwachstellen dieser Tumoren zu identifizieren und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. Pädiatrische hochgradige Gliome zählen zu den schwer behandelbaren Krebserkrankungen im Kindesalter. Obwohl molekulare Veränderungen dieser Tumoren zunehmend verstanden werden, gibt es bisher nur wenige wirksame Behandlungsoptionen. Neyazi konzentriert sich darauf, wie die Tumorzellen ihren Stoffwechsel umprogrammieren, um Energie und Nährstoffe für ihr Wachstum zu gewinnen. Die Arbeitsgruppe verfolgt drei Ansätze: Zunächst soll eine Art Stoffwechsel-Landkarte der Tumoren erstellt werden, indem Genaktivität und Stoffwechselprodukte analysiert werden. Im zweiten Schritt werden mit CRISPR-Technologie einzelne Stoffwechselgene gezielt ausgeschaltet, um zu prüfen, welche Gene für das Tumorwachstum essenziell sind. Im dritten Schritt sollen bereits zugelassene Wirkstoffe aus anderen Indikationen auf ihre Wirkung gegen spezifische Stoffwechselprozesse in den… 

Grünenthal tritt dem Cluster for Nucleic Acid Therapeutics Munich bei

Aachen – Das Pharmaunternehmen Grünenthal ist dem Cluster for Nucleic Acid Therapeutics Munich (CNATM) beigetreten. Mit der Mitgliedschaft will das Unternehmen seine Kompetenzen in der Entwicklung von Oligonukleotid-Wirkstoffen stärken und sich stärker mit dem akademischen und biotechnologischen Innovationsökosystem in München vernetzen. Grünenthal hat in den vergangenen Jahren interne Kapazitäten für die Entwicklung von Antisense-Oligonukleotiden (ASOs) und siRNA aufgebaut. Diese Ansätze sollen künftig bei der Behandlung von Schmerzen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem CNATM möchte das Unternehmen insbesondere das Verständnis von Design, Verabreichung und zellulärer Aktivität von Oligonukleotiden verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf der gezielten Verabreichung von siRNA und verwandten Ansätzen an neuronale Zellen und Gewebe, die für Schmerz, Epilepsie und neurodegenerative Erkrankungen relevant sind. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren CNATM-Partnern und darauf, modernste akademische Wissenschaft mit einer patientenorientierten Industrieperspektive zu verbinden“,… 

Kabinett Merz beschließt GeDIG

Das Bundeskabinett hat am 15. Juli 2026 das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG) beschlossen. Das Gesetz soll die Digitalisierung stärker in die Versorgung integrieren, die Nutzung von Gesundheitsdaten verbessern und die Grundlagen für ein modernes, vernetztes Gesundheitswesen schaffen. Ziele des Gesetzes Das GeDIG zielt darauf ab, digitale Anwendungen für Versicherte und Leistungserbringer einfacher nutzbar zu machen und bürokratische Prozesse zu entlasten. Es soll jährlich rund 445 Millionen Euro an Entlastung bringen. Gleichzeitig werden die rechtlichen und technischen Voraussetzungen geschaffen, um Gesundheitsdaten stärker für Prävention, Forschung und Innovation nutzen zu können, ohne den Datenschutz zu vernachlässigen. Wichtige Neuerungen Krankenkassen erhalten erweiterte Möglichkeiten, die elektronische Patientenakte (ePA) mit zusätzlichen Funktionen auszustatten, etwa Präventionshinweisen, Erinnerungen an Vorsorgeuntersuchungen oder KI-gestützten Angeboten. Die elektronische Überweisung soll schrittweise eingeführt werden. Zudem wird die Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte und digitaler Identitäten vereinfacht. Die… 

Infografik erklärt den rechtlichen Rahmen und die Auslandserkennung von Leihmutterschaft in Deutschland, mit Symbolen wie STOP, Waage und Pass sowie erläuternden Textblöcken.

Leihmutterschaft in Deutschland: Rechtliche Hintergründe und aktuelle Lage am Beispiel von Jens Spahn und Daniel Funke

Am 15. Juli 2026 gaben der CDU-Politiker Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke die Geburt ihres Sohnes Georg bekannt. Das Kind kam in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter (Ersatzmutter) ausgetragen. Dieser Fall wirft Fragen zur rechtlichen Lage der Leihmutterschaft in Deutschland auf. Hier ein faktenbasierter Überblick – streng nach geltendem Recht und veröffentlichten Quellen. Das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland Leihmutterschaft (auch Ersatzmutterschaft genannt) ist in Deutschland verboten. Die zentrale Vorschrift ist das Embryonenschutzgesetz (ESchG). Nach § 1 Abs. 1 Nr. 7 ESchG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer es unternimmt, „bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen menschlichen Embryo zu übertragen.“ Strafbar ist damit vor allem die ärztliche Durchführung der… 

Neues KI-Modell soll DNA-Bindungen zuverlässiger vorhersagen

Raleigh – Ein Forschungsteam der North Carolina State University hat ein KI-Modell entwickelt, das vorhersagen kann, welche DNA-Sequenzen miteinander binden. Das Modell mit dem Namen BINND (Binding and Interaction Neural Network for DNA) wurde mit einem deutlich größeren Datensatz trainiert als bisherige Ansätze und erreicht eine höhere Genauigkeit. Das Modell basiert auf 144 Millionen DNA-Sequenzpaaren. In Tests sagte BINND Bindungen mit einer Genauigkeit von 83,5 Prozent voraus. Bei Fehlern tendierte das Modell dazu, eine Bindung fälschlicherweise auszuschließen. Damit ist BINND nach Angaben der Forschenden mindestens zehn Prozent genauer als bisherige Modelle. Die Wissenschaftler nutzten das Modell, um eine Datenbank zu erstellen, die die Bindungsbeziehungen zwischen 96 und 26 verschiedenen 20-stelligen DNA-Sequenzen abbildet. Diese Informationen könnten künftig für DNA-basierte Datenspeicherung und -verarbeitung genutzt werden. Das Modell wurde auf der Plattform GitHub öffentlich zugänglich gemacht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature… 

Abstract visualization of a DNA-like double helix with red and green spheres along the strands on a black background.

Heidelberger Forscher steuern mit Schallwellen die Bildung künstlichen Gewebes

Heidelberg – Mit akustischer Manipulation lassen sich die Bildung und Selbstorganisation von künstlich hergestelltem Gewebe gezielt steuern. Das hat ein Forschungsteam am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) gezeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzeugten mithilfe von Schallwellen funktionelle Gefäßnetzwerke mit blutgefäßähnlichen Strukturen in vitro. Unter der Leitung von Juniorprofessorin Dr. Daniela Duarte Campos konnten die Zellen präzise im Raum angeordnet werden. Innerhalb einer Woche bildeten sie selbstorganisierende Netzwerke, produzierten eine eigene extrazelluläre Matrix und aktivierten Gene, die mit der Bildung von Blutgefäßen in Verbindung stehen. Die Forscherinnen und Forscher stellten fest, dass die Qualität des anfänglichen Akustik-Musters direkt mit der Reife der entstehenden Gewebestrukturen zusammenhängt. Sie definierten zudem biologische und physikalische Parameter, um möglichst realitätsnahe vaskularisierte 3D-Gewebe mit mehreren Zelltypen herzustellen. Solches Gewebe ist nach ihren Angaben sowohl für biomedizinische Studien als auch für die regenerative Medizin von… 

Neue Methode ermöglicht einfache Messung der Plazenta

Ein Forschungsteam der Yale University hat gezeigt, dass sich das Volumen der Plazenta mit einer einfachen 2D-Ultraschallmethode ebenso genau bestimmen lässt wie mit der aufwändigeren 3D-Technik. Die neue Estimated Placental Volume (EPV)-Methode ist schnell, kostengünstig und erfordert nur minimales Training. Hintergrund Die Größe der Plazenta steht in engem Zusammenhang mit dem Schwangerschaftsverlauf. Eine zu kleine Plazenta erhöht das Risiko für Komplikationen wie Totgeburt, Wachstumsretardierung oder Präeklampsie. Bisher wurde die Plazenta in der Routineversorgung selten gemessen, weil die gängige 3D-Methode (VOCAL) teure Geräte, speziell geschultes Personal und viel Zeit erfordert. Eine zugänglichere Messmethode könnte die Früherkennung von Plazenta-Problemen verbessern. Die EPV-Methode Bei der Estimated Placental Volume-Methode werden mit einem handelsüblichen 2D-Ultraschallgerät die Breite, Höhe und Dicke der Plazenta gemessen. Diese drei Werte werden in eine mathematische Formel eingesetzt, die das Volumen schätzt. Die Messung dauert etwa 30 Sekunden und kann prinzipiell… 

SPP1-positive Makrophagen treiben Bandscheibendegeneration voran

Eine umfassende Multi-Omics-Studie hat eine spezifische Population von SPP1-exprimierenden Makrophagen als zentrale Treiber der Bandscheibendegeneration identifiziert. Die Zellen fördern über das Protein Osteopontin den Abbau der extrazellulären Matrix und stören die Autophagie in den Zellen des Nucleus pulposus. Hintergrund Die degenerative Bandscheibenerkrankung (Intervertebral Disc Degeneration, IVDD) ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Rückenschmerzen. Sie ist durch den fortschreitenden Verlust von Struktur und Funktion des Bandscheibengewebes gekennzeichnet. Bisher war unklar, welche Immunzellen maßgeblich zur Matrixzerstörung beitragen. Die neue Studie kombiniert Einzelzell-RNA-Sequenzierung, Zell-Zell-Kommunikationsanalysen, Exosomenforschung, maschinelles Lernen und Mendelsche Randomisierung, um diese Lücke zu schließen. Studiendesign Die Forscher erstellten einen umfassenden Multi-Omics-Atlas degenerierender Bandscheiben. Sie analysierten Gewebeproben und kombinierten verschiedene Hochdurchsatzmethoden, um immunologische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Bandscheibenzellen systematisch zu untersuchen. Besonderes Augenmerk lag auf SPP1-positiven Makrophagen, die in degeneriertem Gewebe deutlich vermehrt waren. Wichtige Ergebnisse SPP1-exprimierende Makrophagen waren in… 

Neuer Biosensor erkennt frühe Leberfibrose aus dem Blut

Ein Forschungsteam der Sungkyunkwan University hat einen hochempfindlichen elektrochemischen Biosensor entwickelt, der frühe Leberfibrose anhand eines einfachen Bluttests nachweisen kann. Die Plattform erkennt das Biomarker-Protein PICP mit einer Nachweisgrenze von 0,81 pg/mL und erreichte in ersten Patientenproben eine Sensitivität von 95,24 % sowie eine Spezifität von 100 %. Hintergrund Leberfibrose entsteht, wenn Lebergewebe durch chronische Schäden allmählich vernarbt und verhärtet. Im Frühstadium ist die Erkrankung oft reversibel, bleibt jedoch häufig unerkannt, weil sie keine spezifischen Symptome verursacht. Die bisherige Diagnostik stützt sich vor allem auf Leberbiopsien oder bildgebende Verfahren, die aufwändig, teuer und für Patienten belastend sind. Ein einfacher Bluttest könnte die Früherkennung deutlich erleichtern. Die FIB-EIS-Technologie Der entwickelte Biosensor (FIB-EIS) besteht aus einer mit Goldnanopartikeln beschichteten Kohlenstoffelektrode, auf der Antikörper gegen das Protein PICP immobilisiert sind. PICP wird während der Kollagenbildung (Narbengewebe) freigesetzt und gilt als Marker für die… 

lncRNA als Treiber und Prognosefaktor bei Darmkrebs

Hangzhou – Ein chinesisches Forschungsteam hat ein bisher wenig charakterisiertes langes nicht-kodierendes RNA-Molekül (lncRNA) als zentralen Regulator bei der Entstehung und Progression von Darmkrebs identifiziert. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Genes & Diseases veröffentlicht wurde, beschreibt AC004854.2 als möglichen prognostischen Biomarker und therapeutischen Angriffspunkt. Die Untersuchung zeigt, dass AC004854.2 in Darmkrebsgewebe deutlich hochreguliert ist und mit aggressiverem Tumorverhalten sowie verkürzter Gesamtüberlebenszeit der Patientinnen und Patienten einhergeht. Mechanistisch bindet das lncRNA an das RNA-bindende Protein PUF60 und löst dadurch die hemmende PUF60–FUBP1-Komplexbildung am c-MYC-Promotor auf. Dadurch wird die Transkription des Onkogens c-MYC verstärkt, was wiederum die Expression von Zellzyklusregulatoren wie CCND2 und CDK4 fördert. Als Upstream-Regulator von AC004854.2 wurde der Transkriptionsfaktor SOX4 identifiziert. Die Ergebnisse beschreiben damit eine SOX4–AC004854.2–c-MYC-Signalachse, die das Tumorwachstum vorantreibt. Funktionelle Experimente zeigten, dass eine Überexpression von AC004854.2 die Proliferation, Migration, Invasion und den Zellzyklusfortschritt von Darmkrebszellen…