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Bundesregierung: Sonderprüfung zu CISPA und China-Kontakten läuft – Ergebnisse noch offen

Berlin – Die Bundesregierung gibt zu möglichen Wissensabflüssen und China-Bezügen am CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken derzeit kaum inhaltliche Auskunft. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Bundestagsdrucksache 21/7813) verweist sie auf eine laufende unabhängige externe Sonderprüfung, deren Ergebnissen nicht vorgegriffen werden könne. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) übermittelt; die Drucksache datiert vom 1. September 2026. Anlass der Anfrage waren Medienberichte vom Juni 2026 über mögliche Sicherheitsrisiken am CISPA. Demnach sollte geprüft werden, ob sensibles Wissen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Datenschutz über Kooperationen, personelle Verflechtungen oder wissenschaftliche Kontakte mit Bezug zur Volksrepublik China abgeflossen sein könnte. Berichtet worden war zudem, dass ein externer Sonderprüfer eingesetzt und der Gründungsdirektor vorerst von seinen Aufgaben als wissenschaftlicher Leiter freigestellt worden sei. In einzelnen Forschungsgruppen sei ein sehr… 

Boy wearing glasses at a school desk, hand on head, working on math problems in a busy classroom with peers nearby.

Deutschland: Das PISA-Desaster

Man hätte den Text schon vor der Pressekonferenz schreiben können. Nicht, weil Journalisten hellsichtig wären, sondern weil das deutsche Bildungssystem seit einem Jahrzehnt denselben Roman in Fortsetzungen liefert: Titel Abstieg, Untertitel wir nehmen uns Zeit. Am 8. September 2026 kam nur das nächste Kapitel. Lesen 465, Mathematik 464, Naturwissenschaften 486. Historische Tiefststände seit Beginn der Erhebung. OECD-Mittelmaß. Jeder dritte Fünfzehnjährige unter dem Mindestniveau in Lesen und Rechnen, jeder vierte in den Naturwissenschaften. Ein Fünftel ohne belastbare Grundlagen in keinem der drei Bereiche. Das ist kein Ausrutscher. Das ist eine Bilanz. Nach dem ersten PISA-Schock um die Jahrtausendwende gab es eine kurze Phase der Erregung, dann Reformrhetorik, dann Gewöhnung. Die Kurve nach 2015 zeigt nach unten, stetig, fast höflich. Zwanzig PISA-Punkte gelten grob als ein Schuljahr. Wer die Zeitreihe liest, sieht nicht nur schlechtere Testergebnisse. Er sieht verlorene Jahre. Die Politik… 

Schon drei Stunden Luftverschmutzung bedeuten Stress für das Herz

LOUISVILLE – Bereits ein relativ kurzer Aufenthalt in verunreinigter Luft kann das menschliche Herz unter messbaren physiologischen Stress setzen. Wie eine neue Meta-Analyse von Forschern des Christina Lee Brown Envirome Institute der University of Louisville am Dienstag zeigte, lässt sich nach etwa drei Stunden Exposition gegenüber Luftschadstoffen ein signifikanter Rückgang der Herzratenvariabilität (HRV) nachweisen. Die HRV gilt in der Medizin als zentraler Gradmesser für die Stressreaktion des Nervensystems und reguliert die Herzfunktion. Ein dauerhaft niedrigerer HRV-Wert wird direkt mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen und kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte in Verbindung gebracht. Belastungsgrenze des Körpers nach drei Stunden erreicht Bislang war unklar, ab welcher genauen Zeitspanne selbst geringe Mengen an Luftverschmutzung negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Für die im Fachjournal BMC Public Health veröffentlichte Untersuchung werteten der Postdoktorand Cameron Stopforth und die Medizin-Professorin Rachel Keith die Daten aus insgesamt… 

Intelligentes bionisches Auge: Neuer Prototyp sieht und denkt wie ein menschliches Gehirn

MELBOURNE – Einem australischen Forschungsteam ist die Entwicklung eines funktionsfähigen Prototyps gelungen, der visuelle Informationen wie das menschliche Gehirn gleichzeitig wahrnehmen, speichern und verarbeiten kann. Wie die RMIT University am Dienstag mitteilte, kombiniert die neuartige neuromorphe Technologie sensorische Erkennung, Datenspeicher und Informationsverarbeitung in einem einzigen System. Dadurch entfällt der kontinuierliche Datentransfer zwischen separaten Sensoren, Speichereinheiten und Computerprozessoren, was den Energiebedarf im Vergleich zu heutigen Systemen drastisch senkt. Die Erfindung könnte künftig als Basis für die Entwicklung intelligenter bionischer Augen dienen. Datenverarbeitung direkt am Entstehungsort Herkömmliche Kameras erfassen jedes einzelne Bild und leiten die riesigen Datenmengen zur Auswertung an externe Prozessoren weiter. Der Prototyp des RMIT filtert und interpretiert visuelle Signale hingegen direkt am Ort der Erfassung. Das Herzstück des Systems ist ein zwei mal zwei Zentimeter großer Chip, der auf dem atomdünnen Halbleitermaterial Molybdändisulfid (MoS?) basiert. In Labortests wurde das… 

Harvard Medical School und Bristol Myers Squibb starten Forschungsstipendium

BOSTON – Die Harvard Medical School (HMS) und das weltweit agierende Pharmaunternehmen Bristol Myers Squibb (BMS) bündeln ihre Kräfte, um die nächste Generation von medizinischen Spitzenforschern auszubilden. Wie die renommierte US-Universität am Dienstag in Boston bekannt gabpoint=10>>, wird ein neues Postdoktoranden-Stipendienprogramm ins Leben gerufen. Das „BMS Collaborative Research Fellowship“ soll eine Brücke zwischen akademischer Grundlagenforschung und der frühen industriellen Arzneimittelentwicklung schlagen. Doppeltes Mentoring für Nachwuchswissenschaftler Das Besondere an dem Programm ist die duale Betreuung: Die Stipendiaten werden direkt von Fakultätsmitgliedern der Harvard Medical School betreut und arbeiten gleichzeitig eng mit erfahrenen Wissenschaftlern von Bristol Myers Squibb zusammen. Auf diese Weise erhalten die Nachwuchskräfte Einblicke in die Denkweisen und die Kultur der globalen Pharmaforschung, was eine seltene Ergänzung zur klassischen akademischen Ausbildung darstellt. „Wissenschaftliche Innovation hängt zunehmend von der Zusammenarbeit im gesamten Forschungsökosystem ab“, erklärte Dr. Robert Plenge, Forschungsleiter bei Bristol… 

Kanada: Integration von Psychologen in die Grundversorgung könnte Milliarden sparen

OTTAWA – Kanada lässt eine erhebliche wirtschaftliche und gesundheitspolitische Chance ungenutzt, indem psychologische Hilfe nicht standardmäßig in die hausärztliche Grundversorgung integriert wird. Wie eine neue, im Fachjournal Canadian Psychology veröffentlichte Übersichtsarbeit von Forschern der University of British Columbia (UBC) zeigt, leidet das kanadische Gesundheitssystem unter einer gravierenden Versorgungslücke. Demnach betrifft bereits jeder zweite Besuch beim Hausarzt mentale Gesundheitsprobleme. Die Mediziner selbst schätzen jedoch ein, dass ihnen die Zeit, das Team und die spezifische Ausbildung fehlen, um diese Last adäquat zu bewältigen. Die hohen Kosten des Status quo Laut der dreißigjährige nationale und internationale Daten zusammenfassenden Studie erhalten rund zwei von fünf Kanadiern mit psychischen Erkrankungen nicht die benötigte Hilfe. Gleichzeitig haben rund 6,5 Millionen Bürger überhaupt keinen Hausarzt. Dieser Mangel verursacht immense volkswirtschaftliche Schäden: Psychische Erkrankungen kosten die kanadische Wirtschaft jährlich schätzungsweise 42 Milliarden Dollar für Behandlungen und Unterstützung. Hinzu… 

Krebstherapie: Fertige T-Zellen bekämpfen solide Tumoren auf zwei Wegen

LOS ANGELES – US-Wissenschaftlern ist ein wichtiger Fortschritt bei der Entwicklung von sofort einsatzbereiten Zelltherapien gegen solide Tumoren gelungen. Wie ein Forschungsteam von UCLA Health im Fachjournal Cell Reports Medicine berichtet, haben sie ein Verfahren entwickelt, um standardisierte Krebs-Abwehrzellen aus gespendetem Nabelschnurblut zu züchten. Die künstlich hergestellten Zellen, sogenannte AlloESO-T-Zellen, bekämpfen Tumoren über zwei voneinander unabhängige Mechanismen und umgehen gleichzeitig eine lebensgefährliche Nebenwirkung herkömmlicher Spendertherapien. Hoffnung für schwer behandelbare Tumoren Bisherige Zelltherapien (wie die CAR-T-Zell-Therapie) können Krebszellen meist nur an Proteinen erkennen, die sich auf deren Oberfläche befinden. Die neue T-Zell-Rezeptor-Therapie (TCR) hingegen kann auch Eiweißfragmente identifizieren, die im Inneren der Tumorzelle entstehen und wie ein Namensschild nach außen getragen werden. Dies ist besonders bei soliden Tumoren (wie Eierstockkrebs oder Melanomen) ein Durchbruch, da die krebsauslösenden Marker dort meist im Zellinneren verborgen liegen. Bislang musste jede Dosis wochenlang und extrem… 

Neurowissenschaften: Antennen-Strukturen im Gehirn schrumpfen unter Stress

LOS ANGELES – Chronischer Stress verändert die physische Struktur bestimmter Gehirnzellen im emotionalen Zentrum und begünstigt dadurch Angstzustände und Depressionen. Wie ein Forschungsteam von UCLA Health im Fachjournal Nature berichtet, betrifft diese Veränderung nicht die klassischen Nervenzellen (Neuronen), sondern die sogenannten Astrozyten. Diese sternförmigen Stützzellen besitzen winzige, antennenartige Fortsätze (primäre Zilien), die bei anhaltender Belastung messbar verkümmern. Dem Team gelang es jedoch im Labor, diese Fortsätze wiederherzustellen und stressbedingtes Verhalten umzukehren. Astrozyten im Angstzentrum reagieren auf Stress Bislang konzentrierte sich die Depressionsforschung primär darauf, wie Neuronen Signale untereinander austauschen. Die Co-Erstautoren Sara Gutierrez Pelaz und Katsukuni Mitsui untersuchten nun gezielt die Amygdala – die Gehirnregion, die für Angst und Emotionen zuständig ist – in Mausmodellen für chronischen Stress. Dabei stellten sie fest, dass die Astrozyten unter Stress genetische Veränderungen zeigten und ihre primären Zilien deutlich verkürzten. Diese Zilien fungieren als… 

Mikrobiologie: Fortbewegung wird für Bakterien ohne Schutzprotein zur Todesfalle

BLOOMINGTON – Biologen der Indiana University haben eine unerwartete Schwachstelle bei Bakterien entdeckt: Der Bau von Geißeln zur Fortbewegung beschädigt die eigene Zellwand so stark, dass die Zellen ohne ein bestimmtes Reparaturprotein regelrecht platzen. Wie das Forschungsteam um Professor Daniel Kearns im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichtet, offenbart die Entdeckung eine direkte Verbindung zwischen der bakteriellen Fortbewegung und der Aufrechterhaltung der schützenden Zellhülle. Angesichts weltweit zunehmender Antibiotikaresistenzen könnte dieser bislang unbekannte Mechanismus neue Angriffsziele für Medikamente gegen gefährliche Infektionen liefern. Der molekulare Motor durchbricht den Schutzwall Viele krankheitserregende Bakterien – darunter Stämme von E. coli, Salmonellen oder Listerien – nutzen rotierende, peitschenartige Fortsätze (Flagellen), um sich in Körperflüssigkeiten zu bewegen und Gewebe zu befallen. Um diese Geißeln aufzubauen, muss das Bakterienmolekül jedoch eine Reihe von Bauteilen durch die eigene Zellwand schleusen. Diese harte, netzartige Schicht… 

Neue Entdeckung revidiert Lehrbuch-Wissen über die Struktur der menschlichen DNA

MISHIMA. Ein internationales Forschungsteam hat das klassische Lehrbuch-Wissen über die Struktur der menschlichen DNA im Zellkern widerlegt. Wie das National Institute of Genetics (NIG) in Japan am Dienstag mitteilte, sind die aktiven Bereiche des Genoms – das sogenannte Euchromatin – nicht einfach offen und lose im Zellkern verteilt, wie jahrzehntelang angenommen wurde. Stattdessen bildet das Euchromatin dynamische, kompakt gefaltete Schleifendomänen, die durch ein bestimmtes Protein aktiv voneinander getrennt werden. Die Entdeckung wurde im Fachjournal Nature Genetics veröffentlicht. Hochauflösende Mikroskopie blickt in lebende Zellen Die menschliche DNA ist rund zwei Meter lang, muss aber in einen winzigen Zellkern von nur etwa 10 Mikrometern Durchmesser passen. Das Team um Professor Kazuhiro Maeshima kombinierte für seine Untersuchung die Verfolgung einzelner DNA-Bausteine (Nukleosomen) in lebenden menschlichen Zellen mit einer hochauflösenden 3D-Strukturilluminationsmikroskopie (3D-SIM). Dadurch konnten die Forscher die Struktur der aktiven Genom-Bereiche mit einer Detailgenauigkeit…