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Trump zwischen Friedensnobelpreis und Untergang. Credits: LabNews Media LLC

Trumps Iran-Krieg bedroht Deutschlands Labormedizin und Diagnostik

Editorial. Die jüngste Eskalation im US-Iran-Konflikt seit dem 7. Juli 2026 hat direkte und indirekte Auswirkungen auf globale Lieferketten. Nach dem Kollaps des Waffenstillstands vom Juni 2026 – ausgelöst durch Angriffe auf kommerzielle Schiffe in der Straße von Hormus – hat die US-Seite neue Präzisionsschläge gegen iranische militärische Ziele durchgeführt. Der US-Präsident ordnete die Wiederaufnahme der Seeblockade an. Iranische Kräfte reagierten mit Angriffen auf Schiffe und Ziele in der Region. Die Straße von Hormus, durch die täglich etwa 20 bis 21 Millionen Barrel Öl fließen – rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels –, ist erneut Schauplatz von Störungen. Diese Entwicklungen betreffen die deutsche Labormedizin und Diagnostikbranche über zwei zentrale Kanäle: die Heliumversorgung für Magnetresonanztomographen (MRT) und die breiteren Lieferketten inklusive Diesel als Treibstoff für Logistik und Betrieb. Beide Bereiche sind von geopolitischen Risiken im Persischen Golf abhängig. Die folgenden Abschnitte… 

Neue Technologie erkennt EGFR-Mutationen bei Lungenkrebs schneller und schonender

Forscher der University of Edinburgh haben eine Methode entwickelt, mit der sich genetische Veränderungen bei Lungenkrebs präzise vorhersagen lassen, ohne aufwändige genetische Tests. Die Technik kombiniert Fluoreszenz-Lebensdauer-Mikroskopie mit künstlicher Intelligenz und könnte die Diagnostik beschleunigen. Hintergrund Lungenkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Bestimmte genetische Veränderungen, wie Mutationen im EGFR-Gen, entscheiden darüber, ob Patienten von zielgerichteten Therapien profitieren. Der Nachweis solcher Mutationen erfolgt derzeit meist durch Gen-Sequenzierung, die teuer, zeitaufwendig und auf begrenztes Biopsiematerial angewiesen ist. Es besteht Bedarf an schnelleren und schonenderen Verfahren. Die neue Technologie Die Methode nutzt Fluoreszenz-Lebensdauer-Mikroskopie (FLIM), um natürliche Lichtsignale aus unbehandeltem Gewebe zu erfassen. Diese Signale werden anschließend von einer KI auf charakteristische Muster analysiert. Das Verfahren benötigt keine spezielle Färbung oder genetische Analyse und lässt das Gewebe intakt für weitere Untersuchungen. Ergebnisse In der Studie konnte die Technik das Vorhandensein von EGFR-Mutationen mit… 

Neue epigenetische Therapie wirksam bei therapieresistenter AML

Ein neuer hypomethylierender Wirkstoff zeigte in präklinischen Modellen stärkere Anti-Leukämie-Wirkung als derzeitige Standardtherapien bei akuter myeloischer Leukämie (AML). Der Wirkstoff blieb auch bei therapieresistenten und TP53-mutierten Formen aktiv und verstärkte die Wirkung von Venetoclax. Hintergrund Bei vielen Patienten mit AML spricht die Kombination aus hypomethylierenden Substanzen und Venetoclax zunächst gut an. Dennoch entwickeln zahlreiche Patienten Resistenzen, und Rückfälle sind häufig. Besonders schwierig ist die Behandlung bei Mutationen im TP53-Gen, das normalerweise Zellwachstum kontrolliert. Solche Mutationen begünstigen Therapieresistenz und erschweren die Elimination der Leukämiezellen. Wirkungsweise von NTX-301 NTX-301 ist ein neuartiger hypomethylierender Wirkstoff. In verschiedenen präklinischen AML-Modellen, einschließlich patientenabgeleiteter Xenografts mit erworbener Resistenz, reduzierte er das Überleben der Leukämiezellen wirksamer als Azacitidin. Der Wirkstoff blieb auch in Zellen aktiv, die bereits gegen hypomethylierende Therapie und Venetoclax resistent waren. Besonders relevant ist seine Wirksamkeit in TP53-mutierten Modellen. Rolle des Hippo-Signalwegs Die Forscher… 

KI erkennt Frühwarnsignale zerebrovaskulärer Erkrankungen zu Hause

Ein Forschungsteam der KAIST hat eine KI-Technologie entwickelt, die anhand langfristiger Alltagsdaten aus dem häuslichen Umfeld älterer Menschen Frühwarnsignale für zerebrovaskuläre Erkrankungen erkennt. Die Methode analysiert Bewegungs-, Schlaf- und Umweltdaten und kann mit hoher Genauigkeit zwischen Phasen mit erhöhtem und geringerem Risiko unterscheiden. Hintergrund Zerebrovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall oder vaskuläre Demenz können schwerwiegende Folgen haben, wenn sie erst nach Auftreten von Symptomen erkannt werden. Frühe Veränderungen im Alltagsverhalten sind oft schwer zu erkennen und werden in der klinischen Routine selten systematisch erfasst. Die Studie untersuchte, ob digitale Lebensdaten aus dem häuslichen Umfeld als Indikatoren für ein beginnendes Risiko dienen können. Die KI-Technologie Das KI-Framework wertet Langzeitdaten aus realen Wohnumgebungen aus. Es berücksichtigt tägliche Aktivität, Schlafverhalten, zirkadiane Rhythmik und Innenraumumgebung (z. B. Luftfeuchtigkeit) sowie Alter und chronische Vorerkrankungen. Die Analyse basiert auf 13.362 zweiwöchigen Datensätzen von 1.224 älteren Erwachsenen. Die KI… 

Hepatitis-E-Viren mutieren bereits früh in der Infektion

Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zeigt, dass sich Hepatitis-E-Viren schon in den ersten Wochen einer Infektion genetisch verändern. Die Forscher identifizierten wiederkehrende Mutationen im Polymerase-Gen, die trotz eingeschränkter Replikationsfähigkeit in gemischten Viruspopulationen bestehen können. Die Studie Das Team der Abteilungen für Molekulare und Medizinische Virologie sowie Translationale und Computergestützte Infektionsforschung analysierte Proben von 80 Blutspendern, bei denen im Rahmen der Routinescreening eine akute Hepatitis-E-Infektion festgestellt worden war. Der Fokus lag bewusst auf der frühen Phase der Infektion, in der das Immunsystem gesunder Personen die Viren in der Regel innerhalb weniger Wochen eliminiert. Im Gegensatz zur chronischen Infektion war die genetische Vielfalt der Viren in dieser frühen Phase vergleichsweise gering. Wichtige Befunde Trotz der niedrigen Diversität traten bestimmte Mutationen bei mehreren Spendern wiederholt auf. Besonders auffällig waren vier Veränderungen im Bereich des viralen Polymerase-Gens, das für die Virusvermehrung essenziell ist. Laboruntersuchungen… 

Karmanos Cancer Institute erweitert App für Krebsstudien um neue Funktionen

Das Barbara Ann Karmanos Cancer Institute hat seine Clinical Trials App mit mehreren neuen Funktionen aktualisiert. Die Verbesserungen sollen Patienten, Angehörigen und behandelnden Ärzten die Suche nach laufenden onkologischen Studien erleichtern und den Zugang zu innovativen Therapieoptionen verbessern. Die neuen App-Funktionen Die am 12. Juni 2026 freigeschalteten Erweiterungen umfassen eine schnellere und intelligentere Suche nach Krebsart, NCT-Nummer, Phase, Prüfärztin oder -arzt sowie Wirkstoffen. Die Filterung passt sich dynamisch an und soll unnötige Suchergebnisse reduzieren. Weitere Neuerungen sind eine modernisierte Benutzeroberfläche, direkte Kontaktmöglichkeiten zu Karmanos-Experten, erweiterte Arzneimittelinformationen aus dem NCI Drug Dictionary sowie detailliertere Angaben zu Einschlusskriterien, Studienzielen und Standorten. Zusätzlich bietet die App Offline-Funktionen, die Möglichkeit, Termine direkt anzufordern oder Patienten zu überweisen, und Features zum Speichern und Teilen von Studieninformationen. Umfang des Angebots Aktuell sind über 160 Studienprotokolle in der App und dem zugehörigen Portal gelistet. Diese werden von… 

Seegene startet weltweit ersten großangelegten Klinikstudie mit einer Million Teilnehmern zu krankheitsspezifischen Teststandards

Seul – Das südkoreanische Diagnostikunternehmen Seegene hat den Start des Global Million Clinical Study (GMCS) angekündigt. Bei dem Projekt sollen eine Million Tests durchgeführt werden, um wissenschaftliche Grundlagen für krankheitsspezifische Teststandards mithilfe syndromischer PCR-Verfahren zu schaffen. Das Studie soll in Südkorea und an Gesundheitseinrichtungen weltweit beginnen. Ziel ist es, reale Daten zur klinischen Nützlichkeit umfassender syndromischer PCR-Tests zu sammeln und damit evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für die Diagnostik infektiöser Erkrankungen zu generieren. Dabei sollen auch bislang schwer erfassbare Aspekte wie nicht entdeckte Erreger, Koinfektionen sowie regionale und saisonale epidemiologische Muster untersucht werden. Im Fokus stehen zunächst Infektionen des Reproduktionstrakts, der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Die Seegene stellt für die Auswertung die Plattform STAgora™ zur Verfügung, mit der Echtzeit-Analysen zur Prävalenz von Erregern und zu Infektionstrends durchgeführt werden können. Das Unternehmen will mit der Studie eine wissenschaftliche Basis für neue globale Teststandards schaffen.… 

Südkoreanische Studie zeigt unterschiedliche Rollen von HIF1? und HIF2? im Skelettmuskel

Jeollanam-do – Ein Forschungsteam der Chonnam National University hat in einer Mausstudie nachgewiesen, dass die beiden sauerstoffabhängigen Transkriptionsfaktoren HIF1? und HIF2? im Skelettmuskel deutlich unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation veröffentlicht. Die Wissenschaftler erzeugten myofaserspezifische Mausmodelle, in denen entweder alle drei Prolylhydroxylase-Domänen (PHDs) oder selektiv HIF1? beziehungsweise HIF2? stabilisiert wurden. Die Untersuchungen ergaben, dass HIF1? die Umwandlung in oxidative Muskelfasern fördert, gleichzeitig jedoch die mitochondriale Funktion beeinträchtigt und die Ausdauerleistung verschlechtert. HIF2? zeigte dagegen positive metabolische Effekte: Die Aktivierung verbesserte die Glukosetoleranz, reduzierte die Gewichtszunahme unter fettreicher Ernährung, erhielt die mitochondriale Funktion und senkte die Nahrungsaufnahme. Besonders überraschend war, dass HIF2? im Skelettmuskel die Produktion und Sekretion von Erythropoetin (EPO) auslöste. Durch selektive Deletion von EPO im Muskel normalisierten sich die hämatologischen Veränderungen in den PHD-Knockout-Mäusen. Die Studie unterstreicht, dass Skelettmuskeln nicht nur… 

FDA nimmt Zulassungsantrag für VOXZOGO zur Vollzulassung bei Achondroplasie an

San Rafael – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) von BioMarin Pharmaceutical für VOXZOGO (Vosoritide) zur vollständigen Zulassung bei Kindern mit Achondroplasie angenommen. Das Ziel der FDA für die Entscheidung (PDUFA-Datum) ist der 28. Februar 2027. VOXZOGO hatte 2021 eine beschleunigte Zulassung (accelerated approval) erhalten. Der nun eingereichte Antrag soll die Umwandlung in eine reguläre Vollzulassung ermöglichen. Grundlage sind langfristige Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus drei laufenden Studien, die neben der Wachstumsgeschwindigkeit auch weitere klinische Endpunkte wie Körperproportionen, Armspanne und Erwachsenengröße über längere Zeiträume untersuchen. Achondroplasie ist die häufigste Form der Skelettdysplasie und führt zu disproportioniertem Kleinwuchs. Sie wird durch eine Mutation im FGFR3-Gen verursacht. VOXZOGO ist ein Analogon des C-Typ-natriuretischen Peptids (CNP), das die durch die Mutation gestörte Knochenbildung fördert. Das Präparat ist bereits in den USA, Japan, Australien und der EU zugelassen und wurde bisher mehr als… 

Neue Partnerschaft fördert Entwicklung minimal-invasiver Biomarker für Alzheimer und Parkinson

Die Alzheimer’s Drug Discovery Foundation (ADDF) und die Michael J. Fox Foundation (MJFF) stellen gemeinsam 5 Millionen US-Dollar bereit, um die Entwicklung minimal-invasiver Biomarker für Alpha-Synuclein und weitere Co-Pathologien bei Alzheimer und Parkinson voranzutreiben. Ziel ist eine bessere Diagnostik und eine präzisere Patientenauswahl für klinische Studien. Die Partnerschaft Die Diagnostics Accelerator (DxA) der ADDF und die MJFF haben eine neue Kooperation angekündigt. Die Mittel sollen die Entwicklung von Biomarkern unterstützen, die pathologische Veränderungen in beiden Erkrankungen frühzeitig und mit möglichst geringem Eingriff nachweisen können. Im Mittelpunkt steht dabei Alpha-Synuclein, ein Protein, das sich bei fast allen Parkinson-Patienten und bei 30–50 Prozent der Alzheimer-Patienten im Gehirn ansammelt. Fokus auf Co-Pathologien Viele Patienten weisen gleichzeitig mehrere krankheitsverursachende Veränderungen auf. Die Partnerorganisationen wollen Biomarker entwickeln, die diese Co-Pathologien zuverlässig erkennen. Bisherige Ansätze, wie ein Test im Liquor, haben bereits Fortschritte ermöglicht. Die neue…