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Deutsches Uni-Know-how für US-Konzerne: Der Fall Gilead und LMU

Am 7. April 2026 kündigte der US-Pharmakonzern Gilead Sciences die Übernahme des Münchner Biotech-Unternehmens Tubulis GmbH an – für bis zu 5 Milliarden US-Dollar (3,15 Milliarden upfront plus bis zu 1,85 Milliarden meilensteinabhängig). Tubulis, 2019 als Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin gegründet, entwickelt neuartige Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) gegen Krebs. Die LMU pries den Deal als „erfolgreichen Forschungstransfer“. München soll als ADC-Forschungshub bei Gilead erhalten bleiben. Auf den ersten Blick ein Erfolg: Steuerfinanzierte Grundlagenforschung aus LMU-Biocenter und FMP wird in ein klinisch fortgeschrittenes Unternehmen umgesetzt. Tubulis hatte zuvor massive Finanzierungsrunden eingesammelt, darunter eine Series C über 308 Millionen Euro (später auf 344 Millionen Euro erweitert) im Oktober 2025 – die größte für ein europäisches Biotech auf dieser Stufe. Investoren: US-Fonds wie Venrock Healthcare Capital Partners sowie deutsche und europäische Akteure wie High-Tech Gründerfonds… 

Deltamethrin – Synthetisches Pyrethroid mit starker Nervengiftwirkung

Berlin (labnews.ai) – Deltamethrin ist ein hochpotenter synthetischer Insektizid-Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrethroide. Es handelt sich um ein Typ-II-Pyrethroid mit Cyano-Gruppe, das seit Jahrzehnten weltweit im Pflanzenschutz, in der Vektorkontrolle und in der Veterinärmedizin eingesetzt wird. In Deutschland sind Präparate wie Decis Forte und GAT DECLINE 2.5 EC zugelassen, die Deltamethrin enthalten und vor allem im Raps- und Zuckerrübenanbau gegen Schadinsekten zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff greift gezielt in das Nervensystem von Insekten und Spinnentieren ein. Er bindet an spannungsabhängige Natriumkanäle der Nervenzellen und verlängert deren Öffnungsphase. Dadurch kommt es zu einer Dauererregung, Lähmung und schließlich zum Tod der Schädlinge. Diese Wirkungsweise macht Deltamethrin extrem wirksam bereits in niedrigen Dosierungen. Gleichzeitig ist der Stoff hochtoxisch für Nicht-Zielorganismen: Er stellt eine erhebliche Gefahr für Bienen, andere Bestäuberinsekten sowie für aquatische Lebewesen wie Fische und Wasserinsekten dar. Auch Bodenorganismen können beeinträchtigt… 

Clarity Pharmaceuticals sichert US-Produktion für Prostata-Krebs-Diagnostikum

Sydney (labnews.ai) – Das australische Radiopharmaka-Unternehmen Clarity Pharmaceuticals hat einen kommerziellen Herstellungsvertrag für seinen diagnostischen PSMA-Tracer 64Cu-SAR-bisPSMA mit dem US-amerikanischen Auftragshersteller Nucleus RadioPharma abgeschlossen. Der Vertrag ist zum 14. April 2026 in Kraft getreten und soll die großtechnische Produktion des Kupfer-64-basierten Bildgebungsstoffs für die kommende Markteinführung sichern. 64Cu-SAR-bisPSMA ist ein PET-Diagnostikum zur Darstellung von Prostatakrebs. Es befindet sich derzeit in den zulassungsrelevanten Phase-III-Studien AMPLIFY und CLARIFY. Der Vertrag mit Nucleus RadioPharma, einem auf zielgerichtete Radiotherapien spezialisierten CDMO, erweitert die bestehende Produktionskapazität von Clarity in den USA und soll eine zentrale, skalierbare Versorgung gewährleisten. Die Kündigungs- und Verlängerungsregelungen entsprechen branchenüblichen Standards. Clarity Pharmaceuticals positioniert sich mit dem Schritt als Vorreiter bei der Entwicklung von kupferbasierten Radiopharmaka. Das Unternehmen strebt nach erfolgreichem Abschluss der Phase-III-Studien und einer FDA-Zulassung die kommerzielle Verfügbarkeit von 64Cu-SAR-bisPSMA in den USA an. Der Tracer soll eine präzisere… 

FDA legt Entwurf für Sicherheitsstandards bei Genome-Editing in Gentherapien vor

Washington (labnews.ai) – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Entwurf für eine Leitlinie veröffentlicht, die standardisierte Sicherheitsbewertungen für Genome-Editing-Technologien in humanen Gentherapieprodukten festlegt. Die neue Empfehlung soll die Entwicklung und Zulassung sicherer und wirksamer Gentherapien beschleunigen. Der Entwurf mit dem Titel „Safety Assessment of Genome Editing in Human Gene Therapy Products Using Next-Generation Sequencing“ baut auf der bereits im Januar 2024 veröffentlichten Leitlinie zu Genome-Editing-Produkten auf. Er gibt konkrete Hinweise zum Einsatz von Next-Generation-Sequencing (NGS), um potenzielle Risiken wie Off-Target-Editing und Verlust der Genom-Integrität systematisch zu erfassen. Die Empfehlungen gelten sowohl für ex-vivo-Produkte, bei denen Zellen außerhalb des Körpers bearbeitet werden, als auch für in-vivo-Produkte, bei denen die Genbearbeitung direkt im Gewebe des Patienten erfolgt. Die Leitlinie richtet sich an Sponsoren, die nichtklinische Studien im Rahmen von IND-Anträgen oder Zulassungsanträgen (BLA) einreichen. Sie enthält Vorgaben zu Sequenzierstrategien, Probenauswahl, Analyseparametern und Berichterstattung.… 

Fokussierter Ultraschall erweitert nicht-invasive Behandlungsoptionen bei Parkinson

Berlin (labnews.ai) – Der fokussierte Ultraschall hat sich zu einer wichtigen nicht-invasiven Therapie bei der Parkinson-Krankheit entwickelt. Das Verfahren erzeugt unter MRT-Steuerung präzise Läsionen in definierten Hirnregionen und lindert motorische Symptome wie Tremor, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung, ohne Schnitte oder Implantate. Im Juli 2025 hat die US-Arzneimittelbehörde FDA die gestufte bilaterale Anwendung bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung zugelassen. Das Verfahren nutzt hochintensiven fokussierten Ultraschall (MRgFUS), der über eine spezielle Helmkappe auf den Schädel gerichtet wird. Die Schallwellen werden so gebündelt, dass sie an einem exakt definierten Zielpunkt im Gehirn Wärme erzeugen und ein kleines Areal gezielt zerstören. Bei Parkinson wird vor allem der pallidothalamische Trakt (PTT) oder der Globus pallidus interna behandelt. Die MRT-Kontrolle ermöglicht eine Echtzeit-Überwachung und Anpassung während des Eingriffs. Der Patient bleibt bei Bewusstsein und kann sofort rückgemeldet werden. Bislang war die Behandlung nur einseitig möglich und betraf daher nur… 

Stammzell-Therapie gegen Parkinson: Phase-II-Studie mit iPSC-Zellen gestartet

Peking (LabNews.io) – Das chinesische Biotechnologieunternehmen XellSmart hat die multizentrische Phase-II-Zulassungsstudie für seine allogene, fertige iPSC-abgeleitete dopaminerge Neuralvorläuferzell-Therapie XS411 bei primärer Parkinson-Krankheit begonnen. Die Studie wird von der Beijing Tiantan Hospital der Capital Medical University als Nationalem Zentrum für neurologische Erkrankungen geleitet und gemeinsam mit der Peking Union Medical College Hospital sowie weiteren Spitzenkliniken durchgeführt. Die Phase I war 2025 mit der ersten Transplantation an der Tiantan Hospital gestartet worden. Positive Ergebnisse ermöglichten den schnellen Übergang in die Phase II innerhalb eines Jahres. Professor Feng Tao, leitender Prüfer der Tiantan Hospital, erklärte, die Phase-I-Studie habe Sicherheit, Verträglichkeit und erste Wirksamkeitssignale bestätigt. Die neue Phase II folgt einem prospektiven, randomisierten, standardbehandlungs-kontrollierten Design mit verblindeter Endpunktauswertung. Es sollen 30 Patienten im Alter von 50 bis 75 Jahren mit einer Erkrankungsdauer von fünf bis 15 Jahren aufgenommen werden. Die Randomisierung erfolgt im Verhältnis… 

Liquid Biopsy aus Liquor cerebrospinalis klärt unklare Fälle von Leptomeningealerkrankung

Chicago (labnews.ai) – Eine neue Studie des US-Unternehmens Belay Diagnostics zeigt, dass die Messung der Variant Allele Frequency (VAF) von Tumor-DNA im Liquor cerebrospinalis (CSF) mit einer Liquid-Biopsy-Methode unklare Diagnosen der Leptomeningeal Disease (LMD) unterstützen kann. Die peer-reviewed Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Diagnostics veröffentlicht. Leptomeningealerkrankung gilt in der Neuro-Onkologie als besonders schwierig zu diagnostizieren. Bei 20 bis 30 Prozent der bestätigten Fälle bleibt das MRT unauffällig oder nicht aussagekräftig, und die herkömmliche Liquorzytologie übersieht anfangs etwa jeden dritten Patienten. Die Studie analysierte 118 Liquorproben von Patienten mit Verdacht auf metastatischen ZNS-Tumor aus Brust-, Lungen- und anderen Primärtumoren. Mit dem Summit-Assay von Belay Diagnostics wurden in allen Proben klinisch relevante Varianten in 22 von 32 untersuchten Genen nachgewiesen, darunter TP53, EGFR, KRAS und PIK3CA. Ein VAF-Wert von über fünf Prozent erwies sich als potenziell aussagekräftiger Marker für LMD. Bei 69… 

The Götterdämmerung of Donald Trump

In the space of weeks, the second Trump presidency has entered a phase that bears an unsettling resemblance to the final act of Wagner’s Götterdämmerung: a once-dominant figure, surrounded by flames of his own making, watches the structures he claimed to command begin to collapse. What began as a calculated show of strength against Iran has metastasised into a pattern of erratic decision-making that senior national-security professionals now describe, in private briefings and public retrospectives, as a direct threat to American and global stability. The sequence is now a matter of public record. On 27 February 2026, President Trump authorised Operation Epic Fury — a joint US-Israeli campaign of missile, drone, and airstrikes against Iranian nuclear and military targets. Within days he declared the Iranian military “destroyed.” Yet the conflict did not end. Instead, after a fragile two-week ceasefire, the… 

Warken stellt Gesundheitsreform vor – Migrationskosten im Gesundheitswesen nicht thematisiert

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat am Dienstag ihre Pläne für Einsparungen im Gesundheitswesen vorgestellt. Das Reformpaket zielt darauf ab, die erwartete Finanzlücke der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von rund 15 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu schließen. Warken kündigte unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und weitere Leistungen an. Auf zusätzliche Belastungen durch die Gesundheitsversorgung von Geflüchteten einschließlich der aus der Ukraine ging die Ministerin nicht ein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beliefen sich die Bruttoausgaben der Länder und Kommunen für Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (§ 4 AsylbLG) im Jahr 2024 auf einen Teil der gesamten Asylbewerberleistungen von 6,7 Milliarden Euro brutto (Nettoausgaben 6,4 Milliarden Euro). Vergleichbare Gesundheitsausgaben nach § 4 AsylbLG sind in den Vorjahren in ähnlicher Größenordnung angefallen. Diese Kosten werden primär von den Ländern und Kommunen getragen; der Bund leistet pauschale Entlastungen im… 

Epigenetische Vererbung: Hinweise auf Weitergabe von Traumata über Generationen

Studien deuten darauf hin, dass Umwelteinflüsse wie Kriegstraumata oder schwere Unterernährung beim Menschen epigenetische Veränderungen auslösen können, die sich auf die Nachkommen auswirken. Eine echte transgenerationale Vererbung über die Keimbahn – also ohne direkte Exposition der folgenden Generationen – gilt jedoch weiterhin als schwer nachweisbar und wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Eine 2025 veröffentlichte Studie hat bei drei Generationen syrischer Flüchtlinge epigenetische Signaturen von gewaltbedingten Traumata nachgewiesen. Enkel von Frauen, die direkt oder indirekt Gewalt erlebt hatten, zeigten veränderte DNA-Methylierungsmuster, auch wenn die mittlere Generation nicht selbst betroffen war. Die Veränderungen betrafen Gene, die mit Stressregulation zusammenhängen. Ähnliche Muster ergaben sich in der klassischen Untersuchung zum niederländischen Hungerwinter 1944/45. Personen, die pränatal während der Hungersnot exponiert waren, wiesen Jahrzehnte später eine veränderte Methylierung des IGF2-Gens auf, das für Wachstum und Stoffwechsel wichtig ist. Die Betroffenen hatten später ein höheres Risiko für… 

immy dreht sich zur offenen See – und leidet weiter: WDC Deutschland verweigert wissenschaftlich bewiesene humane Erlösung. Symbolbild. Credits: Unsplash

Boycott Mecklenburg-Vorpommern and the German Oceanographic Museum NOW

The state that deliberately lets a sentient being rot alive for a museum’s free skeleton. For 14 days, the humpback whale Timmy has been abandoned to a slow, agonising death in the shallow waters of the Wismarer Bucht. He lies motionless, breathing only at ever-longer intervals, suffering lung compression, pressure necrosis, hyperthermia, skin blistering and secondary infections — all while fully conscious. International scientific protocols for humane euthanasia exist and have been used successfully on humpback whales of exactly Timmy’s size. The government of Mecklenburg-Vorpommern, led by Environment Minister Till Backhaus, has refused every single one of them. This is not incompetence. This is state-sponsored animal cruelty. The German Oceanographic Museum (Deutsches Meeresmuseum) in Stralsund has already publicly expressed interest in Timmy’s carcass. After his death, the body is scheduled to be transported to Dänholm for necropsy. The museum —… 

Ocular Collagen: Von der Gewebearchitektur zur Entwicklung biofunktionaler Materialien

Eine neue Übersichtsarbeit fasst den aktuellen Stand der Forschung zu okulärem Kollagen zusammen und zeigt, wie dieses natürliche Strukturprotein von der Analyse seiner hierarchischen Architektur in Augegeweben bis hin zur Entwicklung hochleistungsfähiger biomimetischer Materialien für die ophthalmologische Regenerationsmedizin weiterentwickelt wird. Die Review „Ocular collagen: From architecture to biomaterials“, veröffentlicht in der Zeitschrift Eye Discovery (DOI: 10.1016/j.edisc.2026.100024), stammt von Forschern der East China University of Science and Technology. Sie beleuchtet systematisch die Verteilung, Struktur und Verarbeitung von Kollagen in Kornea, Sklera, Retina, Bindehaut und Augenlidern und diskutiert moderne Verfahren zur Herstellung funktionaler Kollagen-basierten Implantate. Kerninhalte der Übersicht Objektive Bewertung Stärken der Arbeit: Schwächen und offene Fragen: Fazit:Die Arbeit verdeutlicht den Fortschritt von der reinen Strukturanalyse hin zu einer gezielten biomaterialbasierten Therapieentwicklung im Auge. Kollagen hat sich als vielseitige Plattform etabliert, die das Potenzial besitzt, den Mangel an Hornhautspendern zu lindern und…