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EbM-Netzwerk schreibt Lehrpreis 2027 aus

Berlin – Das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM-Netzwerk) hat den Lehrpreis 2027 ausgeschrieben. Der Preis würdigt herausragende Lehrende, Teams und Bildungsinitiativen, die evidenzbasierte Prinzipien und Methoden der Gesundheitsversorgung in der Aus-, Weiter- und Fortbildung vermitteln. Die Verleihung erfolgt im Rahmen der Jahrestagung 2027. Der Lehrpreis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Bewerben können sich einzelne Lehrende oder Gruppen sowie Bildungsinitiativen, die einen Beitrag zur Einführung und Verbreitung von evidenzbasierter Medizin (EbM) geleistet haben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Oktober 2026. Die Jury, bestehend aus Mitgliedern des Vorstands, Fachbereichssprechern, Studierenden und einer Patientenvertretung, bewertet die Einreichungen unter anderem nach dem Beitrag zur Vermittlung evidenzbasierter Kompetenzen, der didaktischen Konzeption, der methodischen Umsetzung, dem Praxisbezug, der Evaluation sowie dem Innovations- und Disseminationspotenzial. Neben dem Preisgeld und einer Urkunde werden die Preisträgerinnen und Preisträger öffentlich gewürdigt. Weitere besonders gelungene… 

FDA Rückruf von Cetirizin-Tabletten wegen möglicher Verunreinigung

Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen MedWatch-Alarm zu einem Rückruf von Cetirizin-Hydrochlorid-Tabletten USP 5 mg herausgegeben. Hersteller ist Unique Pharmaceutical Laboratories, der Vertrieb erfolgt durch Rising Pharma Holdings Inc. Betroffen sind vier Chargen des Präparats. Grund für den Rückruf ist eine mögliche Kreuzkontamination mit Ranitidin. Bei Personen mit Überempfindlichkeit gegen Ranitidin besteht das Risiko schwerer und potenziell lebensbedrohlicher Überempfindlichkeitsreaktionen. Dazu gehören unter anderem Anaphylaxie, Blutdruckabfall, Atemnot, Schluckbeschwerden, Schwellungen im Gesicht und Rachen sowie generalisierte juckende Nesselsucht. Cetirizin ist ein Antihistaminikum und wird zur Linderung von Allergiesymptomen eingesetzt. Bislang sind der FDA keine unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Rückruf gemeldet worden. Betroffene Verbraucher sollten bei Problemen ihren Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft kontaktieren. Für Rückfragen zum Rückruf steht Rising Pharma Holdings Inc. unter der Telefonnummer 1-844-874-7464 sowie per E-Mail unter pv@risingpharma.com oder qa@risingpharma.com zur Verfügung. Unerwünschte Ereignisse… 

Neue US-Cholesterin-Leitlinien empfehlen frühere Tests und strengere Zielwerte

San Francisco – Die American Heart Association, das American College of Cardiology und weitere Fachgesellschaften haben die Cholesterin-Behandlungsleitlinien erstmals seit 2018 grundlegend überarbeitet. Die neuen Empfehlungen beruhen auf Daten von rund 6,6 Millionen Menschen und setzen auf frühere Screening-Tests, eine Behandlung bei niedrigeren Risikostufen und konkrete LDL-Zielwerte. Ein erster Cholesterin-Test wird nun bereits im Grundschulalter zwischen etwa 9 und 11 Jahren als sinnvoll erachtet. Ziel ist es, die familiäre Hypercholesterinämie zu erkennen, eine erbliche Erkrankung, die etwa einen von 250 Menschen betrifft und bereits in der Kindheit zu Plaquebildung führen kann. Ab dem 19. Lebensjahr sollen regelmäßige Kontrollen alle fünf Jahre erfolgen. Für die meisten Erwachsenen ändert sich vor allem, wer eine Behandlung angeboten bekommt. Die Leitlinien betrachten das Risiko nun über einen Zeitraum von 30 Jahren statt nur über zehn Jahre. Dadurch werden Patienten mit ungünstigen Lipidwerten früher als… 

credits: labnews.ai by LabNews Media LLC

FDA erteilt Notfallzulassung für Multiplex-PCR-Test auf Hautläsionen verursachende Viren

Seoul/Irvine – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Multiplex-PCR-Test Allplex™ HSV-1&2/VZV/MPXV Assay von Seegene USA eine Notfallzulassung (Emergency Use Authorization) erteilt. Der Test kann in einem einzigen Ansatz gleichzeitig Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2, Varizella-Zoster-Virus sowie Affenpockenvirus nachweisen und differenzieren. Der Assay ist der erste Multiplex-PCR-Test auf dem US-Markt, der speziell für die Differenzialdiagnose viraler Ursachen ulzerativer Hautläsionen entwickelt wurde. Die genannten Erreger verursachen häufig ähnliche vesikuläre, pustulöse oder ulzerative Hauterscheinungen, die äußerlich schwer zu unterscheiden sind. Bei Einzeltests auf nur einen Erreger können Infektionen durch die übrigen Viren unentdeckt bleiben. In einer auf dem Clinical Virology Symposium 2024 vorgestellten Untersuchung wurden Proben, die zuvor mit Einzelpathogen-Methoden negativ getestet worden waren, erneut mit einem Multiplex-Assay analysiert. Dabei fanden sich in 54 von 966 Proben Hinweise auf HSV, VZV oder MPXV. Der Test wurde vollständig bei Seegene USA unter Einsatz firmeneigener Hochmultiplex-PCR-Technologien… 

Zweisprachigkeit und Gehirn: Neue Erkenntnisse zu kognitiven Effekten

Mehrere Studien unter Beteiligung der SRH University zeigen, wie Zweisprachigkeit und Code-Switching die kognitiven Funktionen beeinflussen. Die Ergebnisse relativieren die Annahme einer generellen kognitiven Überlegenheit von Zweisprachigen und heben spezifische Effekte hervor. Hintergrund Zweisprachige Menschen wechseln im Alltag häufig zwischen Sprachen (Code-Switching). Dieser Prozess erfordert Aufmerksamkeitssteuerung, Interferenzunterdrückung und Aufgabenwechsel. Die Forschung untersucht seit längerem, ob und wie diese sprachlichen Anforderungen die allgemeinen exekutiven Funktionen des Gehirns trainieren. Gleichzeitig wird geprüft, welchen Nutzen das Erlernen einer Fremdsprache im höheren Alter haben kann. Wichtige Befunde Zweisprachigkeit verbessert die kognitive Flexibilität beim Aufgabenwechsel, jedoch nicht in allen kognitiven Bereichen gleichermaßen. Code-Switching tritt in unterschiedlichen Formen auf und stellt spezifische Anforderungen an Aufmerksamkeit und Hemmungskontrolle. Eine randomisierte Studie zeigte, dass das Erlernen einer Fremdsprache bei älteren Menschen mit niedrigerem kognitivem Ausgangsniveau die Reaktionshemmung verbessern kann. Systematische Übersichtsarbeiten fanden dagegen keine generelle kognitive Überlegenheit von… 

Weltweit größte Genstudie zu Borderline identifiziert 11 Risikoloci

Eine internationale Genomstudie hat elf unabhängige Risikoregionen im Erbgut identifiziert, die mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) in Verbindung stehen. Die Untersuchung ist die bislang größte ihrer Art und zeigt zudem deutliche genetische Überschneidungen mit anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen. Hintergrund Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere psychische Erkrankung, die durch emotionale Instabilität, impulsives Verhalten, ein gestörtes Selbstbild und problematische zwischenmenschliche Beziehungen gekennzeichnet ist. Sie beginnt häufig im Jugendalter und betrifft in westlichen Ländern schätzungsweise 0,9 bis 1,9 Prozent der Bevölkerung. Die biologischen Ursachen waren bisher nur unzureichend verstanden. Die Studie Unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim analysierten Forscherinnen und Forscher die genetischen Daten von rund 13.000 Betroffenen und mehr als 1,1 Millionen Kontrollpersonen. Die genomweite Assoziationsstudie (GWAS) identifizierte elf unabhängige Risikoloci und neun Kandidatengene. Der genetische Anteil an der Erkrankungsanfälligkeit wird auf etwa 17,3 Prozent geschätzt. Ein polygener… 

Blutgefäße lotsen Immunzellen zu Lebermetastasen

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Heidelberg haben spezialisierte Endothelzellen in den Blutgefäßen von Lebermetastasen identifiziert. Diese Zellen können T-Zellen anlocken und so die Immunantwort gegen den Tumor verstärken. Hintergrund Immuntherapien zielen darauf ab, körpereigene Abwehrzellen – insbesondere T-Zellen – gegen Krebszellen zu richten. Viele Tumoren, vor allem Lebermetastasen, sind jedoch immunologisch „kalt“: T-Zellen dringen nur schlecht in das Gewebe ein. Die Rolle der Blutgefäße bei der Steuerung dieser Immunzell-Einwanderung war bislang unklar. Die Entdeckung Das Team um Hellmut Augustin fand in den Gefäßen von Lebermetastasen eine spezielle Population von Endothelzellen, die das Enzym Lipoproteinlipase (LPL) produzieren. Diese Zellen präsentieren Tumorantigene und erleichtern den T-Zellen den Eintritt in den Tumor. In Mausmodellen führte eine erhöhte LPL-Expression zu stärkerer T-Zell-Infiltration und Tumorregression. Wurde LPL genetisch ausgeschaltet, schwächte sich die Immunantwort ab. Ergebnisse an menschlichen Proben Auch in menschlichen Lebermetastasen… 

KI-gestützte Technik verbessert gezielte Therapie bei Hirntumoren

Forscher des MD Anderson Cancer Center haben ein KI-gestütztes Verfahren entwickelt, das mehrere tumorversorgende Arterien identifiziert und die gezielte Verabreichung experimenteller Therapien verbessert. Die Methode erreichte in ersten Fällen eine deutlich bessere Tumorabdeckung als herkömmliche Ansätze. Hintergrund Bei der intraarteriellen Therapie von Hirntumoren wird ein Katheter verwendet, um Medikamente direkt über Arterien in den Tumor zu bringen. Bisher wurde meist nur eine einzelne Arterie genutzt. Viele Tumoren werden jedoch von mehreren Gefäßen versorgt, sodass eine einzelne Arterie nur einen Teil des Tumors erreicht. Eine vollständigere Abdeckung könnte die Wirksamkeit der Therapie steigern und Nebenwirkungen verringern. Die neue Technik Die KI-gestützte Methode analysiert Bilddaten, um alle tumorversorgenden Arterien (Pedikel) zu identifizieren. Nach Bestätigung durch weitere Bildgebung wird die Therapie dosiert auf die einzelnen Gefäße verteilt. Dies ermöglicht eine patientenspezifische Behandlung, die die Tumorversorgung besser berücksichtigt. Ergebnisse Bei drei Patienten mit malignen… 

Holotomography system schematic with a laser path and lenses above, and a 3D rendered cell below labeled blastomere, nucleus, nucleolus, cytoplasm, surrounded by zona pellucida.

Neue 3D-Analyse-Technologie soll Erfolgschancen der IVF verbessern

Forscher des KAIST haben eine holotomographische Methode entwickelt, mit der Eizellen und frühe Embryonen dreidimensional und ohne Markierungen untersucht werden können. Die Technik ermöglicht quantitative Einblicke in die innere Struktur lebender Zellen und soll die Auswahl geeigneter Embryonen für die künstliche Befruchtung erleichtern. Hintergrund Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) hängt der Erfolg maßgeblich von der Qualität der ausgewählten Eizellen und Embryonen ab. Bisherige Beurteilungen basieren vor allem auf zweidimensionalen mikroskopischen Aufnahmen und der Erfahrung der Embryologen. Diese Verfahren sind subjektiv und erfassen nur begrenzte Informationen. Eine zerstörungsfreie, quantitative Methode, die die Entwicklungsfähigkeit früh vorhersagen kann, gilt als wünschenswert. Die Holotomographie-Technologie Holotomographie erzeugt dreidimensionale Bilder lebender Zellen, ohne diese zu färben oder zu schädigen. Das Verfahren misst den Brechungsindex und liefert quantitative Daten zu inneren Strukturen. In Mausmodellen konnten die Forscher biophysikalische Merkmale früher Embryonen erfassen und daraus die Wahrscheinlichkeit einer späteren… 

Neues Werkzeug deckt versteckte Verzerrungen in medizinischen KI-Systemen auf

Forscher der Johns Hopkins University haben ein Analysewerkzeug entwickelt, das verborgene Verzerrungen in Trainingsdaten medizinischer KI-Modelle aufspürt. Das Tool namens G-AUDIT identifiziert subtile Muster, die Modelle zu fehlerhaften Schlussfolgerungen verleiten können. Hintergrund Medizinische KI-Systeme werden auf großen Datensätzen trainiert, um Diagnosen oder Prognosen zu unterstützen. Dabei können sie unbeabsichtigt auf irrelevante Merkmale reagieren – etwa auf Bildqualität, Aufnahmebedingungen oder Metadaten –, anstatt auf klinisch relevante Informationen. Solche Fehlassoziationen ähneln dem sogenannten Clever-Hans-Effekt und können in der Praxis zu unzuverlässigen Vorhersagen führen. Das Werkzeug G-AUDIT G-AUDIT analysiert Trainingsdaten und sucht nach systematischen Mustern, die mit Zielvariablen korrelieren, aber keinen medizinischen Zusammenhang haben. Das Tool bewertet und rangiert mögliche Risiken. Es wurde an Datensätzen mit Bildern, Texten und Tabellen getestet und deckte unter anderem Zusammenhänge mit Kameramarken, Bildauflösung oder dem Vorhandensein von Maßstäben in medizinischen Fotos auf. Wichtige Ergebnisse In den untersuchten…