Tumorähnliche Gewebeumgebungen könnten Hinweise zur HIV-Heilung liefern
Chicago – Die Gewebe-Mikroumgebungen um HIV-infizierte Immunzellen ähneln denen von „kalten“ Tumoren, die Immunantworten unterdrücken. Persistente Virus-Reservoirs nutzen ähnliche biologische Programme wie Krebszellen, um der Immunabwehr zu entgehen. Das zeigt eine Studie der Northwestern University, die in Frontiers in Immunology veröffentlicht wurde (DOI: 10.3389/fimmu.2026.1862864). HIV-Reservoirs überleben trotz Therapie und können die Infektion nach Absetzen der Medikamente wieder aufflammen lassen. Die Forschenden untersuchten mit molekularer Bildgebung, räumlicher Transkriptomik und maschinellem Lernen die Virus-Mikroumgebung (VME) im Darmgewebe von nicht-menschlichen Primaten, die mit dem SIV-Virus (einem HIV-Proxy) infiziert waren. Dort überlebt der Großteil des persistenten Virus. Persistente Reservoire zeigten erhöhte Aktivität in Stoffwechselwegen der Gewebsumgestaltung und Immunsuppression – vergleichbar mit „kalten“ Tumoren. Kurzlebige Reservoire ähnelten dagegen „heißen“ Tumoren mit stärkerer Immunzellaktivität. Regulatorische T-Zellen spielten eine zentrale Rolle in der Zellkommunikation rund um die Reservoire. Menschliche Gene wie KRT8, EPCAM und RRM2 tragen zu…



