CDU Kanzlertausch: BlackRock verliert das Kanzleramt
Editorial. Die anhaltende Debatte um einen möglichen Kanzlertausch unter Friedrich Merz markiert einen entscheidenden Moment für die deutsche Politik. Merz, seit Mai 2025 Bundeskanzler, bringt eine lange Vorgeschichte als Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Asset Management Deutschland (2016–2020) mit. Diese Verbindung hat sich in konkreten politischen Weichenstellungen niedergeschlagen, die vor allem den Interessen des weltgrößten Vermögensverwalters dienen – zu Lasten strategischer Autonomie Deutschlands in Chemie, Energie, Pharma, Rüstung und Biotechnologie. Ein Wechsel im Kanzleramt würde diese Einflussnahme schwächen und Raum für eine industriepolitisch eigenständigere Agenda schaffen. Das ist gut für Deutschland. BlackRock verwaltet Billionen an Vermögen und hält signifikante Anteile an zentralen deutschen Unternehmen. Als größter ausländischer Investor in vielen DAX-Konzernen profitiert der Konzern von Entscheidungen, die Kapitalmarktinteressen priorisieren: Deregulierung, Subventionen für fossile Übergangstechnologien, Förderung von Exportmärkten und lockere Regulierung bei Risikotechnologien. Unter Merz hat sich diese Ausrichtung in mehreren Bereichen manifestiert.…










